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Falter-Freunde lassen Brennnesseln stehen

Der Admiral ist auf Brennnesseln angewiesen (Foto: Landkreis Stade/Hagedorn-Schüch)
(bc/nw). Es gibt nur wenige Pflanzen, die beim Gärtnern so einen schnellen „Raus-damit-Reflex“ auslösen wie die Brennnesseln. Das liegt vor allem daran, dass sie bei Berührung auf der Haut unangenehm brennen und Quaddeln erzeugen. Außerdem
blühen sie nicht bunt, sondern eher unscheinbar grün und breiten sich auf stickstoffreichen Böden besonders stark aus.
„Viele unserer heimischen Falterarten wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral und Landkärtchen benötigen aber die Brennnesseln um zu überleben. Sie legen ihre Eier an ihren Blättern ab, weil sich ihre Raupen nur von Brennnesseln ernähren und nicht auf andere Pflanzen ausweichen können“, so Biologin Janette Hagedoorn-Schüch vom Naturschutzamt des Landkreises Stade. Die Brennhärchen der Brennnessel machen den Raupen der verschiedenen Falterarten nichts aus. Im Gegenteil: Sie sind dadurch vor Feinden besser geschützt. Für rund 50 Schmetterlingsarten im Raupenstadium sind Brennnesseln eine Futterpflanze.
Janette Hagedoorn-Schüch: „Wer sich also an Schmetterlingen erfreuen möchte, sollte einen prüfenden Blick in seinen eigenen Garten werfen. Die heimischen krautigen Pflanzen sind als Raupenfutter unerlässlich.“
Weitere Gründe, Brennnesseln im Garten stehen zu lassen, sind ihre blutverbessernde und harntreibende Wirkung. In der Volksmedizin wird sie als Bestandteil in Tees zur Entschlackung und Blutreinigung verwendet.
Nicht zuletzt ist Brennnesseljauche bei vielen Gärtnern als pflanzliches Düngemittel beliebt und wirkt verdünnt sogar gegen Blattlausbefall.