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Flaschenpost rührt zu Tränen

Timon Schube und seine Freunde Marvin Höhner und Tom Bott (v. re., alle zwölf Jahre alt) fischten die Flaschenpost beim Angeln in der Ostsee aus dem Wasser (Foto: oh)
bc. Buxtehude. Die fröhliche Urlaubsstimmung war für den Moment dahin. Tränen standen den Campern in den Augen, als ihnen der zwölfjährige Timon Schube einen Brief vorlas. Der Junge aus Buxtehude und zwei Freunde hatten die Flaschenpost im Meer gefunden. Darin steht in schnörkeliger Schreibschrift: "Ich begreife noch nicht ganz, dass du jetzt wirklich weg bist und nie sehen wirst, was deine Kinder alles schaffen, obwohl ich glaube, dass du uns beobachtest. Mit dem Brief will ich dir sagen, was man immer viel zu selten sagt: Du warst, und bist es im Herzen noch, der beste Papa dieser Welt." Ein Brief, dessen schicksalhaften Hintergrund man nur erahnen kann - fast wie im Kinofilm "Message in a Bottle".

Timon Schube und seine Freunde Marvin Höhner und Tom Bott (alle zwölf Jahre alt) fischten die Flaschenpost beim Angeln in der Ostsee aus dem Wasser und brachten sie sofort zu ihren Eltern auf den Campingplatz. Jörg Schube (43), Vater von Timon, überließ unserer Redaktion den abfotografierten Brief per E-Mail. "Der Brief hat auch uns Erwachsene auf dem Campingplatz alle tief bewegt. Wir haben ihn dann wieder mit der Flasche zurück ins Meer geworfen", erzählt er.

Der Vater ist der Meinung, dass der Brief den Weg in die Öffentlichkeit finden müsse: "Schon damit der Verfasser weiß, dass viele Menschen Anteil an seiner Trauer nehmen. Besonders die drei Jungs."

Jörg Schube vermutet, dass es sich um ein Mädchen oder eine junge Frau handeln könnte, die vor kurzem ihren Vater verloren habe. Offensichtlich versuche sie den Schicksalsschlag auf diese Art zu verarbeiten. Der Brief beginnt mit den Worten: "Hallo Papa, ich weiß, du würdest diesen Brief schwachsinnig finden, aber ich hoffe irgendwie, dass du meine letzten Worte dennoch lesen kannst."

Die drei Jungs haben die Worte gelesen. Sie werden die Flaschenpost so schnell nicht vergessen und wünschen dem unbekannten Briefeschreiber viel Kraft, mit seiner Trauer umzugehen.

• Die Geschichte erinnert sehr an den Kinofilm "Message in a Bottle" mit Kevin Costner. Die Story: Theresa Osborne, eine Redakteurin aus Chicago, macht Urlaub auf "Cape Cod". Beim Jogging am Strand findet sie eine Flaschenpost. Der anrührende Liebesbrief begeistert nicht nur Theresa, sondern auch alle Frauen in ihrer Redaktion. Ihr Chefredakteur veröffentlicht einen Artikel über die Liebesbotschaft „von G.“.

Das Echo darauf ist eine Flut von Leserbriefen und Hinweise von Lesern auf zwei weitere Flaschenpostbriefe. Neugierig geworden auf den Verfasser, macht sich die Redakteurin daran, den Unbekannten zu suchen. Sie trifft auf den Bootsbauer Garret Blake (Kevin Costner). Er hat erst vor kurzem seine junge Frau Catherine verloren, kann noch nicht über deren Tod hinwegkommen. Garret entpuppt sich als der Flaschenpostschreiber.