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Grünendeich: Stadt-Bienen produzieren mehr Honig

Imkerin Wiebcke Huffmeyer zeigt eine Wabe

Erstaunliche Erkenntnis: Imkerin Wiebcke Huffmeyer über den diesjährigen Honig-Ertrag 

ab. Grünendeich. ab. Grünendeich. Eine Drohne bettelt eine weibliche Biene um Futter an und wird komplett ignoriert - bei Imkerin Wiebcke Huffmeyer aus Grünendeich hat die „Drohnenschlacht“ begonnen: Den männlichen Honigbienen, die alleine der Fortpflanzung dienen, sich weder um den Nachwuchs kümmern noch einen Stachel besitzen und sogar gefüttert werden müssen, wird jetzt der Zugang zu den Bienenstöcken verwehrt. „Das ist nach der Paarungszeit ein normaler Vorgang, doch im Moment sehr passend“, sagt die Imkerin. Denn Wiebcke Huffmeyer kämpft in einer anderen Schlacht: Ihre Bienenvölker auf dem Land drohen zu verhungern. In diesem Jahr haben sie sehr wenig Honig produziert. „Zwei Faktoren sind dafür in erster Linie verantwortlich: zum einen das sehr schlechte Wetter mit dem ständigen Regen, zum anderen die auf dem Land fehlenden Blumen und Blüten.“

Die Imkerin, gelernte Krankenschwester und Heilpraktikerin, kann das beurteilen, sie hat Bienenvölker im Alten Land und in Hamburg-Bergedorf stehen. „Während ich bei meinen Honigbienen auf dem Land zwölf Kilo Honig pro Volk geschleudert habe, waren es in der Stadt 55 Kilo.“ In Neuenfelde, weiß Huffmeyer, konnte sogar aufgrund des Wetters nicht ein Gramm Honig gewonnen werden.

Erst vor eineinhalb Jahren war Wiebcke Huffmeyer mit ihrem Mann und einem Teil ihrer Bienenvölker aufs Land gezogen. „Wir dachten, dass es die Bienen hier richtig gut haben müssten. Wie sich aber rausgestellt hat, war das ein Irrtum.“

Den Landwirten will sie keinen Vorwurf machen, Imker und Bauern müssten Wege finden, um zusammenarbeiten zu können. Dennoch: Es sei kaum noch Blumenbestand vorhanden, nicht an den Straßenrändern, nicht auf den Feldern. In der Stadt sei das anders: Dort gebe es mehr „Wildwuchs“, beispielsweise in den Parks. Und: „Immer häufiger schaffen sich junge Leute kleine Oasen in ihren Gärten und bepflanzen sie.“ Auf dem Land, so Wiebcke Huffmeyers Beobachtung, würden normale Gärten platt gemacht und häufig Steingärten angelegt.

Ab jetzt muss die Imkerin bei ihren Landbienen zufüttern, mit einer Lösung aus Wasser und Rübenzucker. Damit der Honig darunter nicht leidet, beginne sie damit erst, nachdem die Sommerernte vorbei sei.

Wiebcke Huffmeyer, die seit zehn Jahren mit ihren Bienen arbeitet, befürchtet, dass sich die Honigproduktion für Imker bald nicht mehr lohnt. Es müssten Lösungen her, einige schlägt sie vor: „Wir brauchen ,Blühautobahnen', Streifenabschnitte mit Blumen. Außerdem wäre es hilfreich, wenn nicht jeder Halm sofort abgemäht wird, sondern beim Mähen an den Rändern etwas stehen gelassen wird.“