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Grünes Licht für Hedendorfer Mega-Maststall

Der Landkreis Stade hat die Genehmigung zum Bau zwei weiterer Hähnchenmastställe in Hedendorf erteilt. Insgesamt sollen dort rund 160.000 Tiere in einem Durchgang gemästet werden (Foto: Foto:archiv)
tk. Hedendorf.

Der Landkreis Stade hat die Baugenehmigung für zwei geplante Hähnchenmastställe in der Feldmark bei Hedendorf erteilt. Zwei Jahre ruhte der Rohbau, nachdem das Verwaltungsgericht Stade einen Baustopp verhängt hatte. Neben zwei bestehenden Mega-Ställen mit rund 80.000 Tieren sollten zwei weitere entstehen. Pro Durchgang würden dann fast 160.000 Tiere gemästet werden. Gegen den Bau dieser Ställe hatte eine Bürgerinitiative (BI) vehement - und letztlich vergeblich - gekämpft. "Wir lassen uns aber nicht entmutigen", sagt BI-Sprecher Bernd Prang.

Die grundsätzlichen Bedenken der BI, dass industrielle Tierhaltung in diesem Ausmaß die Umwelt schädigt und für Menschen im Umfeld gefährlich ist, teilt die Bauverwaltung des Landkreises nicht. Die mit der Baugenehmigung verbundenen Auflagen betreffen vor allem die Abluftkamine, die höher ausfallen müssen als ursprünglich geplant war. Außerdem soll über ein spezielles Futter geregelt werden, dass die Teire weniger Ammoniak ausscheiden. "Das sind immerhin Teilerfolge", sagt Prang.
Auch wenn die zwei neuen Mastställe vermutlich gebaut werden - für die Hedendorfer BI ist das keine totale Niederlage. Denn: Die Zeit neuer Mega-Mastställe im Außenbereich könnte bald enden. Gesetzesinitiativen sollen die so genannte Privilegierung solcher Vorhaben beenden. Das würde bedeuten: Jeder Großstall im Außenbereich wäre kein planerischer Selbstläufer mehr, sondern müsste über einen Bebauungsplan (B-Plan) genehmigt werden. Damit hätte jede Kommune die Möglichkeit, über die Ansiedlung dieser Ställe selbst zu bestimmen. Es sind die BIs, die mit ihren deutschlandweiten Protesten diese politische Kurskorrektur angemahnt haben.
Auch wenn die Fertigstellung der beiden neuen Hedendorfer Mastställe jetzt in greifbare Nähe rückt - mögliche Prozesse sind noch nicht vom Tisch. "Gegen die Baugenehmigung kann geklagt werrden", sagt Kreisbaurat Hans-Hermann Bode. Neben Naturschutzverbänden dürfen das auch Einzelpersonen, wenn sie direkt von dem Vorhaben betroffen sind.
Die direkte Betroffenheit könnte der nächste juristische Stolperstein werden: Über die Zulässigkeit einer Klage entscheidet das Verwaltungsgericht. Kritiker der Mega-Mast gehen davon aus, dass Giftstoffe sehr viel weiter verteilt werden als nur wenige hundert Meter. Legt man diese Sicht zu Grunde, wäre der Kreis der direkt Betroffenen mit Klagerecht sehr viel größer.