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Halepagenschule: Tolle Erfolge bei "Jugend forscht"

Svenja Henning fährt zum Bundesentscheid "Jugend forscht".
 
Lina Mehrkens und Jan Rosenboom haben gemeinsam an der Qualität von Olivenöl gefroscht (Foto: tk)

tk. Buxtehude. Ein allergenfreies Shampoo, Schnittmuster, die individuell auch im allerkleinsten Detail mit dem PC verändert werden können, Qualitätskriterien für Olivenöl und eine profunde Untersuchung, wann der künstliche Reifungsprozess Bananen ungenießbar macht: Das sind die spannenden Forschungsprojekte, mit denen Schülerinnen und Schüler der Halepaghenschule bei "Jugend forscht" Landessiege eingefahren haben.

Was haben die hohe Mathematik und das Nähen von modischen Outfits miteinander zu tun? Für Svenja Henning (19) sind die Leidenschaft für selbstgefertigte Kleidung und das Rechnen zwei Seiten einer Medaille: Sie ist "Jugend forscht"-Landessiegerin im Fach Mathematik. Ihr Projekt heißt "Interpolation textiler Schnittmuster" und bedeutet: Jedes Schnittmuster - die Grundlage fürs Selbernähen von Kleidung - kann in jedem noch so kleinen Detail auf persönliche Bedürfnisse verändert werden. "Käufliche Schnitte gibt es nur in gängigen Größen", sagt die angehende Abiturientin der Halepaghenschule, "individuelle Anpassungen können nur von Hand und sehr aufwendig eingearbeitet werden."

Sie hat eine einfachere Methode entwickelt: Sie hat Schnittmuster digitalisiert und mit mathematischen Funktionen dargestellt. Was vorher einen riesigen Aufwand bedeutet hat, ist jetzt im Handumdrehen machbar: Die Hüfte zehn Zentimeter enger oder weiter? Das Hosenbein verkürzen? Die Form des Kragens verändern? Kein Problem. Wer seine Maße genommen hat, kann mithilfe ihres Programms aus einem jedem vorgegebenen Schnitt ein Outfit auf Maß schneidern. "Das funktioniert bestens", sagt Svenja. Mehrere Hobby- und auch Profischneider hätten es ausprobiert.

Kein Wunder, dass es aus der Wirtschaft schon erste Anfragen gibt. Das Projekt hat das Zeug zum Start up. "Das einzige was fehlt, ist eine benutzerfreundliche Oberfläche", sagt die Nachwuchs-Forscherin. Zur Zeit muss der ambitionierte Anwender doch noch ein bisschen Mathe können.
Was allen Projekten gemeinsam ist: Sie sind nicht graue Theorie, sondern Wissenschaft mit ganz viel Praxisbezug. Susanne Gehres, Merle Thomas und Victoria Rosenberg, alle aus der neunten Klasse und 14 bis 15 Jahre alt, haben sich die Frage gestellt, ob das Jucken der Kopfhaut bei empfindlichen Menschen durch Shampoo nicht vermeidbar wäre? Mit einer extrem reduzierten Zutatenliste haben sie das hinbekommen und ein allergenfreies Shampoo entwickelt. "Mit Birnenduft riecht es sogar gut", sagt Vicoria. Freuden, Eltern - die Zahl ihrer "Kunden" steigt ständig. Das gab den Regionalsieg in Chemie und obendrauf einen Sonderpreis für Unternehmertum, der mit einem Auslandsaufenthalt versüßt wird.

Jan Rosenboom, Abiturient, 19, war gleich mit zwei Projekten im Rennen: Bei beiden ging es um Lebensmittel. Wie wirkt sich Ethen auf den Reifungsprozess von Bananen aus? Die Früchte werden grün geerntet, verschifft, müssen aber goldgelb beim Verbraucher anladen. Der Reifungsprozess wird durch das Gas Ethen erreicht. Problem für den Bananen-Genießer: Das kann dazu führen, dass die Frucht von außen superlecker aussieht, aber innen schon gammelig ist. "Die sind ungenießbar", sagt Rosenberg. Das gab den Regionalsieg in Biologie. Kleiner Tipp des Nachwuchsforschers: Äpfel nicht neben Bananen lagern. Die dünsten nämlich Ethen aus.

Gemeinsam mit Lina Merkens hat er zudem Olivenöle unterschiedlicher Qualitäten untersucht. Gute Nachricht für die Verbraucher: Wer mehr bezahlt, bekommt in aller Regel die bessere Qualität. Hintergrund ihres Forschungsprojektes war ein Olivenöl-Skandal, der 2014 in Italien hohe Wellen schlug. "Das kann zwar nicht jeder zuhause machen, aber mit normalen Schulmitteln ist eine solche Analyse möglich", sagt Lina Merkens. Die Jury vergab dafür beim Regionalentscheid den dritten Platz im Fach Chemie.