Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Hartnäckige Recherche führt zu mir selbst

Wenn ich bloß noch wüsste, was ich am 28. September des vergangenen Jahres gemacht habe. Wieso diese Frage wichtig ist? Vor Kurzem rief mich ein Vertriebsmitarbeiter einer Firma für Premium-Hundefutter an. Der Mann wusste, dass ich einen Hund habe, kannte meine Telefonnummer und meinen Namen. Woher er das alles wisse, fragte ich ihn? Ich hätte wahrscheinlich an einem Preisausschreiben teilgenommen. Mein beruflich angeborenes Misstrauen war sofort geweckt. Ich wittere schwunghaften Adresshandel.

Nirgendwo bin ich als Hundehalter registriert. Die beiden Fiffis der Familie sind bei der Hundesteuer, im Tasso-Register und der Versicherung über meine Frau angemeldet. Nur im Niedersächsischen Hunderegister tauche ich als Tierhalter auf. Eine Sprecherin weist die Vermutung, dass von dort Daten weitergegeben werden vehement zurück. "Das ist ausgeschlossen."

Die Hundefutter-Firma ist ausgesprochen kooperativ. Sie will intern prüfen, woher meine Daten kommen. Nach einem Tag die Antwort: Am 28. September 2013 habe ich an einer telefonischen Umfrage teilgenommen, die ein externer Werbepartner durchgeführt hat.
Ich muss geistig total umnachtet gewesen sein. Ich lege doch sonst immer mit einem "Nein Danke, kein Interesse" auf. Was habe ich da bloß angerichtet? Wer meldet sich demnächst noch bei mir? Staubsauger, Weinpakete, Bücherangebote, Vitaminpillen, bügelfreie Hemden - mir fallen tausend Produkte ein, die mir jetzt am Telefon angeboten werden könnten.

Wie schön, dass mich meine hartnäckige Recherche zu mir selbst geführt hat! Ich schwanke zwischen Selbstmitleid und Selbstvorwürfen. Auf jeden Fall gilt für die Zukunft: "Fresse halten" bei Telefonumfragen.
Tom Kreib