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Hebammen in Buxtehude rufen zum Erhalt des bewährten Belegsystems auf

Sammelten Unterschriften für die Petition: die Hebammen Kim-Berit Bethke, Anna Ahlvers, Antje Marwede, Astrid Poppe und Theres Lau de la Cruz

Geburtshelferinnen fragen: "Sollen wir die dritte Schwangere wegschicken?"


ab. Buxtehude. ab. Buxtehude. Um Belegsystem und Fachpersonal zu erhalten und weiterhin gute Geburtshilfe gewährleisten zu können, haben sich kürzlich auf dem Marktplatz in der Buxtehuder Innenstadt fünf Hebammen zusammengefunden. Trotz starken Regens sammelten Anna Ahlvers, Astrid Poppe, Kim-Berit Betke, Antje Marwede und Theres Lau de la Cruz am Hebammenwelttag Unterschriften für eine Petition zum Erhalt des Belegsystems. Theres Lau de la Cruz erklärt: „Durch neue Vergütungsregeln dürfen nur noch zwei Frauen parallel betreut und abgerechnet werden dürfen. Da wir aber immer eine Schwangere komplett betreuen, hieße das, bei zwei Schwangeren ist Schluss. Wenn jetzt noch eine dritte vor der Tür steht, sollen wir die dann wieder nach Hause schicken - oder ihr eine private Rechnung über erbrachte Leistungen schreiben?“

Darum geht es: Um die Krankenkassen zu entlasten, sieht der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen eine Änderung der Regeln für die Vergütung von Geburtshilfe durch Beleghebammen vor. Dadurch wäre eine Versorgung mit Hebammen in nahezu allen Bundesländern gefährdet: Freiberufliche Hebammen können sich Geburtshilfe in Kliniken aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten, viele Kreißsäle und Geburtsabteilungen müssten möglicherweise schließen. Eine flächendeckende Versorgung durch Geburtshelferinnen kann dann nicht mehr gewährleistet werden.

Seit 30 Jahren ist de la Cruz bereits als Beleghebamme in Buxtehude tätig. „Dort gab es schon immer das Belegsystem und die Eins-zu-eins-Betreuung“, sagt sie.
„Jede Schwangere, die wir betreuen, dürfen wir auch abrechnen, und das sind zeitweise erheblich mehr als nur zwei Frauen.“

In Buxtehude gebe es eine spezielle Situation, fügt Anna Ahlvers hinzu. Die dort tätigen Hebammen seien nicht im Krankenhaus angestellt. „Das bedeutet, Leistungen, die sie bei der Betreuung ab mehr als zwei Frauen erbringen, dürften künftig nicht mehr abgerechnet werden.“

• Am 19. Mai soll zwischen den Hebammen und dem Spitzenverband der Krankenkassen über eine bessere Vergütung verhandelt werden. Die Petition hat bisher mehr als 31.700 Unterstützter gefunden, gebraucht werden 50.000 Unterschriften. Mehr unter www.openpetition.de/petition/online/erhalt-der-beleghebammen