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Hurricane-Bilanz: Ein friedliches Festival

Auch mit Regen-Poncho lässt sich prima feiern, wie diese Gruppe aus der Gegend Hannover: Naomi, Alica, Katharina, Lee und Philipp (Foto: bc)
bc. Scheeßel. Hurricane-Fans wissen, was sie erwartet. Ohne Wind und Wetter geht es einfach nicht. Auch diesmal war es beim Musik- und Party-Marathon am Eichenring in Scheeßel eine matschige Angelegenheit. Trotzdem schlugen die Herzen der insgesamt 78.000 Festival-Fans höher. Grund war das Line-up. Clueso, Green Day, Linkin Park, Mando Diao, Casper, um nur einige aufzuzählen. Kleiner Wermutstropfen: Viele Fans monierten den teilweise leisen Sound.
Einer, der fast schon zum Hurricane-Inventar gehört, ist Jan Bauer, der sein 16. Festival absolvierte. Der Freiwillige aus Buchholz ist Einsatzleiter für den DRK-Sanitätsdienst und koordiniert rund 700 ehrenamtliche Helfer, davon etliche aus den Landkreisen Harburg und Stade. Bis Sonntagnachmittag zählte Bauer ca. 2.500 Hilfsleistungen. Eine total normale Festival-Bilanz für ihn: „Man muss bedenken, dass wir es hier mit einer mittelgroßen Stadt mit fast 100.000 Einwohnern und der dazugehörigen Infrastruktur zu tun haben“, so Bauer.
Viele Einsätze im Sani-Zelt waren dann aber schon eine Folge exzessiven Feierns auf ungewohntem Terrain: Kreislauf-Zusammenbrüche, Übelkeit, dicke Knöchel, heiße Grills im Schoß. Der ganz normale Wahnsinn. Beim Ortstermin im Behandlungsraum ging es aber entspannt zu. Nur die Hälfte der rund 30 „Ausnüchterungsliegen“ war besetzt. Fast schon unspektakulär, wie Bauer anmerkte.
Auch die Polizei zog eine positive Festival-Bilanz. Sicherheit war ein großes Thema im Vorfeld - vor allem nach dem Terroranschlag bei einem Popkonzert in Manchester. Nur ein Beispiel: Plötzlich werden Fragen auf Sicherheitsbesprechungen diskutiert wie „Ist die Pyro-Show der US-Punkband Green Day okay?“ Erstmals sah man auch mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten auf dem Gelände.
„Ich habe mit vielen Festivalbesuchern gesprochen und getwittert. Sie waren froh, dass die Polizei sichtbar und jederzeit ansprechbar war. Kritik gab es ganz wenig“, resümierte Polizeisprecher Heiner van der Werp.
Die Festivalkriminalität lag bis Sonntagabend laut Polizei in einem ähnlichen Rahmen wie in den vergangenen Jahren. Die 22. Hurricane-Ausgabe findet vom 22. bis 24. Juni 2018 statt. Der Vorverkauf hat schon begonnen.