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"Ich gebe den Kampf nicht auf"

Will jetzt Bücher schreiben: Roland Breuer (Foto: Roland Breuer privat)

Frühes Aus für Bürgerbewegung "Kontraplatt": Gründer Roland Breuer (61) will jetzt Bücher schreiben

tp. Buxtehude. Nur rund ein Vierteljahr nach der Gründung der Bürgerbewegung "Kontraplatt" gegen Behördenwillkür gibt der Gründer, Roland Breuer (61) aus Buxtehude, unerwartet die Auflösung der Organisation bekannt. Er nennt familiäre, finanzielle, und vereinsinterne Gründe für den Schritt.
Der schwerbehinderte Roland Breuer, Versicherungsfachwirt und freier Journalist, rief im März "Kontraplatt" ins Leben, nachdem das WOCHENBLATT mehrfach über die aus Sicht von Kritikern restriktive Ämterpraxis bei der Vergabe von Behinderten-Parkausweisen berichtet hatte. Er fand mehr als ein Dutzend engagierter Mitstreiter, unter ihnen seine Ehefrau Dörte Breuer (66), die sich im Vorstand in der Mitgliederbetreuung einsetzte. Doch vor wenigen Tagen informierte Breuer die Mitglieder überraschend in einem Brief: "Meine Ehefrau ist von ihrem Vorstandsposten zurückgetreten." Kurz darauf habe seine Frau ihre Pflegetätigkeit
für ihn aufgeben und sei aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. "Inzwischen hat sie mir die Scheidung angekündigt", sagt Roland Breuer. Er glaubt, die Familie seiner Frau habe nach Beginn ihrer öffentlichen Aktivität für den Verein "massiven Druck" auf sie ausgeübt.
Der unter mehreren körperlichen Handicaps leidende Roland Breuer sieht sich gesundheitlich nicht imstande, den Posten des Vorsitzenden ohne Hilfe auszufüllen und entschloss sich zum Rücktritt. Die übrigen beiden Vorstandsmitglieder legten ihre Ämter ebenfalls nieder. Die Telefon-Nummer des Vereins ist verstummt, die Homepage www.kontraplatt.de wird gelöscht. Roland Breuer, der nach eigenen Angaben mittellos ist, bat die Mitglieder, ihn bei der Begleichung angefallener Vereinskosten von 150 Euro unterstützen.
"Kontraplatt" sei zwar gestorben, "doch ich setzte mich nicht zur Ruhe", sagt Roland Breuer. Der gläubige Christ will in ein Heim der Diakonie in Baden-Württemberg ziehen dort einen Neuanfang starten. "Ich werde Bücher schreiben und den Verkaufserlös an die Diakonie spenden", sagt der Kämpfer. Den Titel für sein erstes Werk hat er schon:"Behindert aber nicht beschränkt."
• Neben seinem Engagement für Behinderte setzt sich Roland Breuer für die Wieder-Einrichtung der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung ein. Ein entsprechender Brief ans Ministerium blieb bislang unbeantwortet.
www.roland-breuer.de