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IHK-Lehrer des Jahres: "Eine Auszeichnung für den kompletten Berufsstand"

Andrea Helmers unterrichtet seit 2004 am Athenaeum in Stade
bc. Stade. Wer sie zur Lehrerin des Jahres vorgeschlagen hat, weiß Andrea Helmers bis heute nicht. Die 48-jährige Deutsch- und Biologie-Pädagogin am Gymnasium Athenaeum weiß nur: Die Industrie- und Handelskammer Stade verlieh ihr die Auszeichnung jüngst beim traditionellen Neujahrsempfang (das WOCHENBLATT berichtete).
„Ich freue mich natürlich sehr darüber, weiß aber auch, dass ich den Preis stellvertretend für viele meiner Kollegen entgegengenommen habe. Den Preis empfinde ich als eine Auszeichnung für unseren Berufsstand“, sagt Andrea Helmers beim Ortstermin in der Schule.
Seit 2004 unterrichtet die Mutter eines 19-jährigen Sohnes bereits in Stade, davor war sie in Steinkirchen am Schulzentrum tätig. Studiert hat sie in Hannover, ihr Referendariat in Overath bei Köln absolviert. Ursprünglich kommt Andrea Helmers aus Wilhelmshaven.
Besonders gut an dem Lehrerberuf gefalle ihr die Interaktion mit den Schülerinnen und Schülern: „Ich verbringe gerne tolle Stunden mit meinen Klassen.“ Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen sei sehr motiviert und engagiert. Andrea Helmers ist aber sicherlich kein Mensch, der die Schulwelt nur durch die rosarote Brille sieht. Natürlich gebe es auch Probleme, vor allem sozialer Natur.
Die Zahl der Einzelgespräche habe zugenommen: „Dabei ist es ganz wichtig, dass wir eine funktionierende Kommunikationsebene zu den Eltern herstellen.“ Unverständlich sei ihr, weshalb eine so große Schule wie das Athenaeum mit rund 1.300 Schülern keinen Schulsozialpädagogen zugewiesen bekomme. Ein zusätzlicher Schulbegleiter könnte womöglich die Lehrkräfte in einigen Bereichen ein wenig entlasten. Die Aufgaben für Lehrkräfte nehmen nämlich durchaus zu. Dabei komme angesichts der vorgegebenen Stofffülle, die den Schülern in einem Schuljahr vermittelt werden soll, manchmal die individuelle Förderung zu kurz. „Darunter leidet dann die Kreativität“, sagt Andrea Helmers.
In ihrer Freizeit liest sie gerne und viel. Nicht verwunderlich bei einer gelernten Buchhändlerin. Am liebsten schmökert sie in Fantasy-Romanen. Ein bisschen wie „Fantasy“ muss ihr auch die Auszeichnung der IHK vorkommen. Andrea Helmers formuliert es so: „Ich war schon sehr überrascht. Im Grunde genommen hätte ich die Auszeichnung gar nicht gebraucht. Ich bekomme ja täglich Feedback von meinen Schülern.“