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Immer ran ans Euter

36 Teilnehmer aus ganz Deutschland molken um die Wette. Janika Waller nahm mit Team Deutschland auch noch an einem Mehrländerwettkampf teil und belegte den ersten Platz (Foto: LWK Niedersachsen)
Wettmelken um die Deutsche Meisterschaft: Janika Waller qualifiziert sich für Bundeswettbewerb

(bc). "Stripp, strapp, strull, schon ist der Eimer voll." Dieser bekannte Kinderreim hat mit der Wirklichkeit seit Langem nichts mehr zu tun. Melkmaschinen sind in die Kuhställe eingezogen. Und trotzdem spielt die Menschenhand beim Melken noch immer eine entscheidende Rolle. Die 36 besten Landwirt-Azubis maßen sich in dieser Woche beim Bundesmelkwettbewerb der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), der in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer in Echem (Landkreis Lüneburg) stattfand. Ran ans Euter! Dabei kommt es auch auf die richtige Ansprache der Kühe an.
Aus dem Landkreis Stade war Janika Waller aus dem Oste-Dörfchen Brobergen mit dabei. "Die Schiedsrichter achten darauf, wie man mit den Kühen umgeht. Wie ruhig man auf sie zugeht, wie man sie anspricht und berührt", erzählt die 25-Jährige. Der Umgang mit dem Tier beim Vormelken sei wichtig.
Jede Kuh wird per Hand vorgemolken, bevor das Melkgeschirr angelegt wird. Dabei müssen die Wettkampfteilnehmer prüfen, ob Euter und Zitzen sauber sind. Und ob die Milch in Ordnung ist oder ob sie etwa flockt. Eine Minute haben die Melker für das Vormelken pro Tier Zeit. Jeder Handgriff muss sitzen. "Das ist wichtig für den Milchfluss", sagt Janika.
Es geht bei den Melkmeisterschaften aber nicht nur um Zeit und Technik. Auch der theoretische Teil spielt eine Rolle. Der Wettbewerb, der in diesem Jahr bereits zum 35. Mal ausgetragen wird, findet im Rahmen der dreijährigen Ausbildung statt. Die drei besten je Bundesland dürfen teilnehmen. Die Schirmherrschaft hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft übernommen.
Für einen der ersten Plätze hat es für Janika zwar nicht gereicht. Die Erfahrung war aber Gold wert. "Ich habe viele neue Kollegen aus ganz Deutschland kennengelernt", berichtet sie. In Süddeutschland sei die Hofstruktur noch eine ganz andere: "Dort hat man bereits mit 90 Kühen einen großen Hof."
Im elterlichen Betrieb, den mittlerweile Janikas Bruder führt, gibt es rund 250 Kühe. Ihre Ausbildung absolviert sie im Landkreis Rotenburg. Später will sie mal als Herdenmanagerin in einem Milchviehbetrieb arbeiten. Dass sie die Landwirtschaft im Blut hat, hat Janika Waller allerdings erst später gemerkt. Früher arbeitete sie beim Landvolk als Steuerfachangestellte "Büroarbeit war dann aber doch nicht meins", erzählt sie.
Parallel zum Bundesmelkwettbewerb fand ein europäischer Mehrländerwettkampf im Melken statt. Neben Deutschland war auch Belgien, die Schweiz und Österreich vertreten. Mit ihrem Team belegte Janika Platz eins: "Ein toller Abschluss einer interessanten Woche."