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"Indian Ocean": Mega-Hype um den Havaristen

Verkehrschaos auf der K 39, Menschenmengen auf dem Elbdeich: Die Baggerarbeiten an der havarierten „Indian Ocean“ waren für viele „Sehleute“ offenbar ein Faszinosum
bc. Altes Land. Als ob die Menschheit noch nie ein Schiff gesehen hätte: Das Alte Land erlebte am vergangenen Wochenende eine Invasion, wie es sie selten gab - höchstens mal zur Obstblüte. Zehntausende Ausflügler machten sich zum Elbdeich auf, um einen Blick auf das havarierte Containerschiff „Indian Ocean“ zu werfen. Seit Dienstagnacht ist der Frachter nun weg. Der dritte Schleppversuch glückte.

Von Jork-Borstel bis nach Grünendeich zog sich am Sonntag die Blechlawine über mehrere Kilometer. Verkehrschaos pur! Die Deichstraße K39 war zwischenzeitlich vermutlich der längste Parkplatz Deutschlands. In den Nebenstraßen, auf dem matschigen Seitenstreifen und selbst in den Obstplantagen standen die Autos. Aus ganz Norddeutschland kamen die „Sehleute“.

Die Gastronomen jubelten. An den Imbissen am Lühe-Anleger bildeten sich teilweise 30 Meter lange Schlangen, die Restaurants entlang des Deiches waren voll, in den Hofläden klingelten nonstop die Kassen. „Es ist gut möglich, dass es das umsatzstärkste Wochenende in unserer Geschichte war“, sagte Marc Jahn von der Firma „Eberstein“, die den „Vier Jahreszeiten“-Grill betreibt.

Im Sommer muss sich der Imbiss das Geschäft üblicherweise mit acht weiteren Imbissen teilen. Diesmal hatten nur noch der „Lühe-Grill“ und der „Wellenreiter“ auf dem Ponton geöffnet.

Der Strom an „Katastrophen-Touristen“ wollte nicht mal in den Abendstunden enden. „Normalerweise befinde ich mich um die Jahreszeit im Winterschlaf. Diesmal habe ich soviel Erbsensuppe wie noch nie an einem Tag verkauft“, berichtete „Wellenreiter“-Chefin Sylke Oehr begeistert.

Auch Bernd Eckhoff vom Restaurant „Elbblick“ kann sich nicht erinnern, schon mal so einen Ansturm mitgemacht zu haben: „Bei uns war die Hölle los. Da kann ein schöner Sommertag nicht mithalten.“
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