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Islamischer Fastenmonat Ramadan: "Ein bisschen muss es wehtun"

Gemeinsames Mahl nach Sonnenuntergang bei Familie Shakoor Shakoor (Foto: Shakoor)
Näher an Gott und den Mitmenschen: Ata Shakoor erklärt die Regeln des Fastenmonats Ramadan

tk. Buxtehude. Der islamische Fastenmonat Ramadan hat am Donnerstag der vergangenen Woche begonnen. Vier Wochen lang essen und trinken Muslime zwischen Sonnenauf- und untergang nichts. Im WOCHENBLATT erklärt Ata Shakoor, Sprecher der muslimischen Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ) aus Buxtehude, was Ramadan im Alltag und im Glauben bedeutet.

"Ein bisschen muss es wehtun", sagt Ata Shakoor über die Regeln, die sich für Nicht-Muslime streng anhören. Vor Sonnenaufgang stehen die Gläubigen auf, um noch einmal zu essen und zu trinken und das Morgengebet zu verrichten. Zur Zeit ist das gegen 3.40 Uhr, wenn die meisten Menschen noch selig schlummern. Bis ungefähr 22 Uhr gibt es dann nichts mehr. Nicht einmal einen Schluck Wasser. "Jede Woche wird das aber einfacher", sagt Ata Shakoor.

Fasten spiele nicht nur im Islam eine Rolle. In der Passionszeit gehöre das auch für Christen in ihren Alltag. Der Verzicht, so Shakoor, soll die Menschen näher zu Gott bringen. Es werde intensiver der Koran gelesen. Das geht auch modern: Ata Shakoor liest auf dem Weg zur Arbeit den Koran als App auf seinem Smartphone.
Wobei nicht nur die Lektüre des Koran wichtig sei. Familie und Gemeinschaft werden intensiver erlebt. Abends, beim sogenannten Fastenbrechen nach Sonnenuntergang, sei jeder Muslim angehalten, Freunde, Nachbarn und Familie einzuladen. Unabhängig davon, welchem Glauben sie angehören. "Ramadan ist in Deutschland ein guter Weg für den Dialog zwischen den Religionen", sagt der AMJ-Sprecher.

"Beim Fastenbrechen geht es auch nicht um Fressorgien", betont Shakoor. Auf den Tisch soll das kommen. was im Haus ist. Also kein Großeinkauf für das gemeinsame Mahl. Der Verzicht tagsüber solle auch dran erinnern, dass es Menschen gibt, die aus Armut immer hungern. Der Gedanke an Barmherzigkeit sei Teil des religiösen Fastens. Und so startet das Essen am Abend bescheiden: Traditionell gibt es zuerst ein Glas Wasser und eine Dattel.

Kranke, Schwangere und Kinder fasten nicht. "Ich selbst habe als Jugendlicher ganz locker angefangen", erinnert sich Shakoor und nur bis mittags gefastet. Am Ende, nach dem 30. Tag, steht ein großes Festessen an. Das sei schon eine Belohnung dafür, es geschafft zu haben. Ata Shakoor zweifelt nicht an seinem Durchhaltevermögen. "Wenn die Kollegen bei der Pause allerdings ihr Brötchen auspacken, ist das ganz schön hart", sagt er.