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Ist diese Hose gefährlich?

Trio in Skinny Jeans (v.li.): Dorthe und Jil Vock mit Svenja Grimm

Australische Ärzte warnen vor Skinny Jeans / Buxtehuder Orthopäde kann Gefahr nicht bestätigen


Dieser Fall ging bundesweit durch sämtliche Medien: Eine 35-jährige Australierin hatte sich in ihrer Skinny Jeans durch stundenlanges Hocken Nerven in den Unterschenkeln abgedrückt. Sie kam ins Krankenhaus und musste aufgrund ihrer angeschwollenen Beine aus der engen Hose herausgeschnitten werden. Die Ärzte befürchteten das „Kompartmentsyndrom“: Durch starken Druck werden Nerven, Muskeln und Blutgefäße beschädigt. Jetzt warnen die australischen Mediziner vor dem Tragen der engen Hosen. Handelt es sich bei der engen Röhre tatsächlich um einen Modetrend mit gesundheitsschädlichen Folgen?

„Ich kann mir schon vorstellen, dass eine sehr enge Jeans ungesund ist“, sagt Söhnke Werner, „gerade wenn es sich um reinen Baumwollstoff handelt.“ Der 32-jährige Buxtehuder trägt auch gern Skinny Jeans, achtet dabei aber auf einen hohen Elastan-Anteil im Stoff. „Ganz enge Hosen ziehe ich nur für ein paar Stunden an und nicht den ganzen Tag.“

Petra Haubert (43) aus Neu Wulmstorf ist davon überzeugt, dass die Jeans der Australierin einfach zu eng war. „Ich trage diese Hosen seit Jahren. Die geben ja auch im Stoff nach und da schnürt nichts ab.“

Jil (16) und Dorthe Vock (39) aus Apensen sehen es ähnlich. Wie ihre Shopping-Begleitung Svenja Grimm (43) aus Trittau werden auch sie sich durch diesen Vorfall nicht von der Skinny Jeans abbringen lassen: „Ich sehe keine Gefahr“, sagt Svenja Grimm, „solange die Hose bequem ist, ziehe ich sie an.“

• „Der Vorfall in Australien ist sicherlich als Ausnahme zu werten“, sagt dazu Dr. Jann Gerken, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Buxtehuder Elbe Klinikum. Eine Verkettung unglücklicher Umstände haben möglicherweise dazu geführt. Auch trete das Kompartmentsyndrom traumatisch bedingt eher nach Unterschenkelbrüchen oder nach Marathonläufen auf.

Der Mediziner sieht keine Notwendigkeit darin, auf das Tragen der Skinny Jeans zu verzichten. Allerdings schränkt Dr. Gerken ein: „Menschen mit vorliegenden Gefäßveränderungen oder Durchblutungsstörungen ist vom Tragen enger Kleidung eher abzuraten.“