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"Jede Maßnahme zählt":Klimaschutzmanagerin Ann-Kathrin Bopp motiviert im WOCHENBLATT-Interview zum Klimaschutz

Ann-Kathrin Bopp (Foto: wd)
Das bringt doch nichts, bekommt manch ein privater Umweltschützer zu hören, wenn er statt des Autos das Fahrrad nimmt oder regional und saisonal einkauft. "Das bringt sehr wohl etwas", entgegnet Ann-Kathrin Bopp, Klimaschutzmanagerin der Hansestadt Buxtehude. "Spart z.B. jeder Buxtehuder Haushalt nur eine einzige Plastiktüte pro Woche ein, dann sind das wöchentlich 40.000 Plastiktüten weniger, die die Natur belasten." Jetzt hat der Buxtehuder Rat beschlossen, die Stelle der Klimaschutzmanagerin auch nach dem Ende der Förderung durch das Bundesumweltministerium langfristig zu etablieren. Das WOCHENBLATT sprach mit Klimaschutzmanagerin Ann-Kathrin Bopp.
WOCHENBLATT: Können wir den Klimawandel überhaupt noch aufhalten?
Ann-Kathrin Bopp: Das Klima ist unberechenbar, die Wissenschaft arbeitet mit verschiedenen Szenarien bis zum Jahr 2050, das von vielen Wissenschaftlern als Kipppunkt angesehen wird. Ein Szenario zeigt, dass wir den aktuellen Stand zumindest halten können, wenn wir die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius halten können. Das wurde im Jahr 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris auch so beschlossen. Was 2050 tatsächlich passiert, sehen wir dann. Fakt ist aber in allen Szenarien: Wir müssen etwas tun.
WOCHENBLATT: Wenn die Situation so dramatisch ist, warum handeln die Menschen nicht entsprechend?
Bopp: Viele glauben, dass man als Einzelner nichts bewirken kann. Andere verdrängen das Thema, weil sie den Klimawandel nicht mit ihrem Verhalten in Verbindung bringen möchten.
WOCHENBLATT: Sie sagen, dass wir CO2 einsparen sollen, um den Klimawandel einzudämmen. Warum?
Bopp: Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein wichtiger Bestandteil unserer Erdatmosphäre. Entscheidend ist hier die Menge und Konzentration. Durch die Verbrennung von z.B. Öl, Kohle oder Gas wird zusätzlich CO2 freigesetzt, mehr als unsere Atmosphäre aufnehmen kann und beschleunigt so den Treibhauseffekt.
WOCHENBLATT: Also hilft es, wenn jeder von uns CO2 einspart.
Bopp: Auf jeden Fall. Das zu vermitteln, ist eine meiner Aufgaben. Mit Kampagnen wie dem Stadtradeln haben wir das auch schon gezeigt. Wenn ein Buxtehuder die fünf Kilometer Arbeitsweg mit dem Rad statt mit dem Auto fährt, sind das täglich zehn Kilometer, bei 20 Arbeitstagen 200 Kilometer im Monat. Beim Stadtradeln haben 420 Buxtehuder in drei Wochen 83.000 Kilometer mit dem Rad zurück gelegt. Statt Benzin und Diesel wurden dabei - umweltfreundlich und gesundheitsfördernd - nur Kalorien verbrannt.
WOCHENBLATT: Was sind denn Ihre Pläne für 2018?
Bopp: Wir werden das Stadtradeln wiederholen und unsere Kampagne "Sag nö zu Plastik" zugunsten wiederverwendbarer Taschen weiterführen. Wir planen eine Kampagne zum Thema Coffee to go (wiederverwendbare Becher) und veranstalten aktuell ein Gewerbeforum zum Thema Energie und Klimaschutz für Unternehmen. Außerdem ist der Wettbewerb "Buxtehude - mein Klima" abgeschlossen und wird ausgewertet. Geplant sind auch Energiesparmodelle in Kitas. Den Förderungsantrag haben wir gestellt. Alles mit dem Ziel zu motivieren und zu zeigen, dass jede Maßnahme zählt.

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