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Jork bekommt ein zweites Museum

Der Vorstand der Kulturstiftung Altes Land mit Hans-Heinrich Quast (re.) und Dr. Robert Gahde (li.) sowie Volkskundler Dr. Frank Schlichting
bc. Estebrügge. Gerd Matthes‘ (†81) letzter Wille war es, dass seine über Jahrzehnte gesammelten Altländer Kulturgüter für die Nachwelt erhalten bleiben. Dieser Wille wird nun am Samstag, 1. April, erfüllt sein. Dann wird die Kulturstiftung Altes Land als Matthes‘ Erbe das „Museum Estebrügge“ am Steinweg mit einem Tag der offenen Tür eröffnen - das Haus, in dem der Heimatforscher früher ein Privatmuseum betrieb.
Dann wird die Gemeinde Jork neben dem Museum Altes Land über einen zweiten musealen Magneten verfügen. „Wir befinden uns mit dem Umbau auf der Zielgeraden“, sagt Stiftungsvorstand Hans-Heinreich Quast.
Wie berichtet, hatte Matthes die größte private Sammlung von Devotionalien Altländer Kulturgeschichte zusammengetragen, die es an der Niederelbe gibt. Wer einmal in den Genuss einer seiner privaten Führung gekommen war, schwärmt noch heute davon. Matthes steuerte stets spannende Anekdoten bei.
Nur: Ein richtiges Museum mit Konzept und rotem Faden war Matthes Sammelsurium von Möbeln, Trachten, Porzellan, Gemälden und Filigranschmuck nicht. Insgesamt schleppte der Stiftungsvorstand fast 1.600 Exponate von hohem ideelem Wert aus dem vollgestopften Gebäude und lagerte sie im Magazin des Schwedenspeichers in Stade ein. Dann wurde das rund 250 Jahre alte Gebäude renoviert. Im oberen Stockwerk wohnt seit gut einem Jahr ein neuer Mieter.
Auch im Erdgeschoss haben die Handwerker gute Arbeit geleistet. Die Räume sind kaum wiederzuerkennen. Die Wände leuchten in einer frischen blauen Farbe, die ersten Exponate hängen an der Wand, beleuchtete, aber noch leere Vitrinen warten auf Ausstellungsstücke. Clou: In Matthes‘ ehemaliger Küche kommt der frühere Hausherr in einem alten Video zu Wort.
Punkt um: Die Besucher dürfen sich auf ein zeitgemäßes Museum im Miniatur-Format (70 Quadratmeter) freuen, in dem sie eigenständig Interessantes zur Altländer Geschichte erfahren und in Augenschein nehmen können. Das heißt aber auch: Um die Übersichtlichkeit nicht zu gefährden, müssen viele Objekte in Stade bleiben. Verkauft werden soll keines.
„Wir werden die Ausstellung verschlanken und akzentuieren“, sagt der Volkskundler Dr. Frank Schlichting, der im Auftrag der Stiftung für die fachliche Ausrichtung des Museums verantwortlich ist.
Über die Kosten für den Umbau mag sich der Vorstand der Kulturstiftung nicht äußern. Die Zuschüsse von knapp 10.000 Euro - neben Privatspenden auch jeweils 2.500 Euro vom Landkreis und vom Landschaftsverband - konnten die Gesamtkosten jedoch bei Weitem nicht decken.
• Wer die Arbeit der Kulturstiftung unterstützen möchte, kann dies durch ehrenamtliches Engagement oder durch Geldspenden tun. Die Stiftung ist steuerrechtlich als gemeinnützige Einrichtung anerkannt. Infos: Tel. 04162-6680.