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Jugendprojekt zum Komasaufen: Lernen, Nein zu sagen

Das Logo für die Infokampagne haben die Jugendlichen selbst entwickelt (Foto: oh)
tk. Buxtehude. Sie sind weder Spaßbremsen noch Abstinenzler: Eine Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen erarbeitet in Buxtehude ein Konzept, wie das Komasaufen eingedämmt werden kann."Rausch - na und?!" heißt das Projekt. Roman (18) bringt es auf den Punkt: ""Wer weniger trinkt, hat deutlich mehr Spaß."
Der Hintergrund: Der Trend zum Komasaufen bei Jugendlichen nimmt zu. Rund 26.670 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren sind 2012 mit akuter Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet. Alarmierend: Drei Viertel dieser jungen Patienten waren minderjährig. Besonders die Zahl 10 bis 15-jähriger Komasäufer steigt kontinuierlich an.
Die Koordination des Buxtehuder Projekts liegt beim Präventionsrat. Die Hochschule21, Stadtverwaltung, Polizei und Diakonie sind mit im Boot. Die tatsächliche Arbeit leisten aber die Jugendlichen selbst. "Das ist von Jugendlichen für Jugendliche", so die Erste Stadträtin Katja Oldenburg-Schmidt.
"Jeder von uns kennt das Problem des Komsaufens aus seinem Freundeskreis", sagen Jan, Nele, Jessica und Roman übereinstimmend, Sie stellten die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe vor, die Poster, Plakate und ein Logo entwickelt hat.
Ein Grundproblem, das sie klar benennen: Wer Nein zum nächsten Drink sagt, ist uncool. Der Gruppendruck sei hoch, berichten die Jugendlichen. "Einer geht noch", sei oft das Motto. Wer das ablehne, gerate in Gefahr, als Außenseiter zu enden. "Es ist schwer , sich gegen eine ganze Gruppe zu stellen", sagen die Mitglieder der Projektgruppe.

Miteinander zu reden ist wichtig

Worum es ihnen und den Initiatoren des Projekts geht: Nicht grundsätzlich Nein zum Alkohol zu sagen, sondern zu sehen, was verträglich ist. "Ein selbstbestimmter und maßvoller Umgang mit Alkohol", so steht es in den Grundsätzen des Projektes.
Wie das funktionieren soll? Nur wer miteinander redet, könne sich über Gruppenzwang und Saufen unterhalten. Nur durch Gespräche könne man lernen, Nein beim nächsten Bier zu sagen und feststellen, dass es auch andere gebe, die Nein zum Vorglühen und Komasaufen sagen wollen. So wird ein Plakatwettbewerb initiiert, beim mindestens zwei Jugendliche in einer Gruppe sein müssen. "Die Jugendlichen sollen miteinander reden", sagt Ann-Kathrin Kempter von der HS21. Weitere Projekte: Jugendliche schreiben ein Theaterstück und Flyer sollen noch entwickelt werden.
Was Prof. Dr. Barbara Zimmermann (HS21) wichtig findet: "Zeit und ein offenes Ohr zu haben." Die Mitglieder der Plakat-AG finden es nämlich bedauerlich, dass viele Eltern keine Ahnung haben - oder haben wollen - was ihr Nachwuchs in Sachen Saufen treibt.