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Kirchenvorstand räumt Fehler ein

Die St. Martini-Kirchengemeinde kommt langsam wieder zur Ruhe
bc. Estebrügge. Misstöne in der Estebrügger St. Martini-Kirchengemeinde: Wer den aktuellen Gemeindebrief "Fazit" in die Hände bekommt, muss von unchristlichem Nachtreten lesen, das der neue Kirchenvorstand an den Tag gelegt haben soll. Im Zuge dessen ist Bärbel Reese nach zwölf Jahren Engagement in der Frauenarbeit zurückgetreten. Die angekündigte Frauen-Freizeit wurde abgesagt, die Frauengruppe gibt es nicht mehr und der Frauengottesdienst wird unter ihrer Leitung nicht mehr stattfinden.

Was ist passiert? Das Ende November erschienene "Sonderfazit" war der Auslöser für den Ärger. Der Kirchenvorstand, der bei der letzten Wahl im Sommer 2012 komplett sein Gesicht veränderte, wollte mit Hilfe eines Artikels eine Bestandsaufnahme und eine Auflistung der künftigen Aufgaben geben. Die Kirche müsse im großen Stil investieren, viele Sanierungsarbeiten auf den Weg bringen (das WOCHENBLATT berichtete). "Wir kommen definitiv nicht umhin, uns diesen zum Teil überfälligen Problemen zu stellen", teilte Pastorin Janßen mit.

Ehemalige Kirchenvorstandsmitglieder fühlten sich durch die Veröffentlichung auf den Schlips getreten. Einige interpretierten die Aussagen als Spitzen gegen ihre frühere Arbeit. "Eine Bestandsaufnahme sollte wertefrei sein", schreibt Bärbel Reese im aktuellen "Fazit". Sie gehörte zwar nie dem Kirchenvorstand an, ihr Mann Ingo war aber lange Zeit Kirchenvorstandsvorsitzender. Die Inhalte des Artikels seien sehr schmerzlich für ihren Mann und die ganze Familie gewesen, wird Reese im "Fazit" zitiert.

Dr. Martina Janßen hat die Reaktionen auf das "Sonderfazit" mit Sorge verfolgt: "Das Ganze tut mir sehr weh." Kirchenvorstandsvorsitzender Peter Sumfleth bedauert den Rücktritt außerordentlich. Er räumt ein: "Unser Fehler liegt ganz klar darin, dass wir die Inhalte vor der Veröffentlichung nicht abgesprochen haben. Dafür bitte ich um Entschuldigung." Mittlerweile seien alle Ungereimtheiten auf einer Sitzung mit dem Superintendenten ausgeräumt worden.