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Kita-Demonstration in Apensen: Eltern zeigen Verständis für Erzieher

Alexandra Hamann, vom Streik betroffene Mutter, unterstützt die Forderungen der Erzieher
Es fällt uns nicht leicht, Eltern und Kinder im Stich zu lassen", sagt Andreas Glitza, streikender Erzieher in der Kindertagesstätte "Die Freunde" in Apensen. Dennoch sehe er keinen anderen Weg als den Streik, um die Forderung der Erzieher nach einer leistungsgerechten Bezahlung durchzusetzen. Gemeinsam mit gewerkschaftlich organisierten Kollegen aus der Apenser Kita sowie aus Stade informierte Glitza Eltern und Kollegen in Form einer Kundgebung über die Hintergründe des Streiks und darüber, wie sie unterstützt werden können. Am Dienstag besuchten sie - ausgestattet mit Verdi-Fahne und Plakaten - die Kindergärten der Samtgemeinde. Weil ihnen im Kindergarten "Die Freunde" der Zutritt verboten wurde, beschränkten sie sich dort auf eine Demonstration vor dem Gebäude.
Mit dem Streik kämpfen die Erzieher um mehr Gehalt und mehr Anerkennung. So verdiene eine Erzieherin nach vier Jahren unbezahlter Ausbildung 2.300 Euro brutto, sofern sie eine Vollzeitstelle findet. "Die meisten von uns arbeiten aber in Teilzeit und verdienen noch weniger", sagt Erzieherin Lili Gils. Andreas Glitza bekommt z.B. nach 19 Jahren Berufserfahrung und diversen Zusatzqualifikationen gerade mal auf 1.600 Euro netto monatlich.
Viele der betroffenen Eltern erklären sich solidarisch. "Ich wäre bereit, als Ausgleich für die Erzieher höhere Kita-Gebühren zu zahlen", sagt Silke Sylvester, deren Tochter in den Kindergarten "Die Freunde" geht. Alexandra Hamann ärgert sich darüber, dass nach ersten Infos aus dem Rathaus die Kita-Gebühren für die Streikzeit nicht erstattet werden sollen und dass die Eltern anderweitig Betreuung für ihre Kinder suchen müssen. "In die Notbetreuung wollen die Kleinen schon am zweiten Tag nicht mehr hingehen, die verkraften den Wechsel nicht", so Hamann. Im Rathaus seien die Eltern mit ihren Fragen abgeblitzt. Und Susanne Treptow, Mutter eines Kita-Kindes, weist darauf hin, dass eine bessere Bezahlung den Beruf des Erziehers auch zukünftig attraktiv macht.
Eltern und Erzieher wünschen sich, dass sich Samtgemeinde-Bürgermeister Peter Sommer für ihre Belange einsetzt. Die Erzieher fordern zudem Eltern auf, sich direkt an den Arbeitgeberverband zu wenden und verteilten Vordrucke für Briefe.
In der Kita "Die Freunde" werden seit einer Woche acht von zwölf Gruppen bestreikt. Auch andere Kommunen sind betroffen: So fand am vergangenen Montag in allen Fredenbecker Kindergärten keine Betreuung statt. Am Dienstag waren alle Kitas wieder geöffnet, es streiken noch einzelne Mitarbeiter. "Uns ist jedoch bewusst, dass sich die Situation jederzeit verschärfen kann", sagt Ralph Löblich, Stellvertreter des Samtgemeinde-Bürgermeisters in Fredenbeck und Fachdienstleiter für Jugend, Bildung und Inneres.
Unter www.fredenbeck.de können sich Eltern informieren, ob Betreuung stattfindet.