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Klaus Krummlinde ist ein besonderer "Werften-Retter"

Hunderte Fotos von Schiffen und Werften hat Klaus Krummlinde auf seinem Rechner archiviert (Foto: tk/Krummlinde)
Klaus Krummlinde erforscht die Geschichte der vergessenen Werften an Elbe, Este und Lühe

tk. Königreich. Klaus Krummlinde (73) hat 50 Jahre lang als Schiffbauer und später als Ausbilder auf Werften gearbeitet. Der Sietas Werft in Neuenfelde hielt er Jahrzehnte die Treue. "Das Werftleben lässt mich auch als Rentner nicht los", sagt Krummlinde. Das ist für die Nachwelt ein Segen: Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Vicco Meyer und Bernd Voltmer erforscht er die Historie längst vergessener Werften an Este, Lühe und Elbe. "200 bis 250 Betriebe gab es einst in dieser Region", sagt der engagierte Hobbyforscher.



Mehrere Bücher, natürlich über die Sietas Werft, aber auch die Norderwerft sowie die Holst- und Rancke-Werft, sind bereits entstanden.

Mit äußerster Akribie geht Klaus Krummlinde bei seinen Recherchen vor. Genauso gründlich hat er in den 1970er-Jahren sein eigenes Motorboot, ein zehn Meter langes Stahlboot, konstruiert und eigenhändig gebaut. "Eine schöne Zeit", erinnert er sich an die Fahrten auf Nord- und Ostsee zurück. Das Boot verkaufte der Schiffbauer, um das schöne Häuschen in Königreich anzuzahlen. "Man braucht schließlich Platz."
In seinem Büro unter dem Dach am Deich der Este reihen sich Ordner an Ordner in den Regalen. "Viele Bücher über Werften sind druckfertig", sagt er. Eile ist geboten. "Manche Erben entdecken eine Kiste mit altem Material und die landet leider im Altpapiercontainer", bedauert der Hobbyforscher.

Dann geht ein Stück Heimatgeschichte unwiderruflich verloren. Dann ist das Wissen genauso weg, wie es die vielen Werften sind. "Meist waren das kleinere Betriebe", weiß Krummlinde. Vor 200 Jahren, zur Blütezeit, entstanden ungezählte Ewer (Frachtsegler). Ein dichtes Straßennetz gab es noch nicht. So wurde schon damals Obst aber auch Ziegel für das rasch wachsende Hamburg über Elbe, Este und Lühe transportiert.

Der Wunsch der Reeder nach größeren Schiffen, immer stärkere industrielle Fertigung und die Konkurrenz auf der Straße machten vielen handwerklich arbeitenden Werften den Garaus. Mit der Sietas und Hatecke Werft gibt es nur noch zwei große Betriebe.

• Damit die Werftgeschichte nicht verlorengeht, sammelt Klaus Krummlinde weiter Material. Wer alte Fotos, Daten zu Firmen, deren Inhabern, Nachfolgern oder andere Dinge besitzt, möge sich unter Tel. 04162 - 7262 melden.