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Klimaschutz: "Kinder früh für das Thema sensibilisieren"

Rektor Heinrich Lücken findet es sinnvoll, Kinder früh an den Klimaschutz heranzuführen
bc. Jork. In Sachen Klimaschutz passiert an der Jorker Grundschule am Westerminnerweg derzeit so einiges. Anna-Katharina Poppe, Klimaschutzmanagerin der Region Altes Land und Horneburg, hat einen Förderantrag für ein vierjähriges Energieeinspar-Modell an Schulen beim Bundesumweltministerium gestellt. Neben anderen Schulleitern war vor allem der Jorker Rektor Heinrich Lücken sofort Feuer und Flamme für das Projekt: „Es ist gut, die künftigen Generationen rechtzeitig für das Thema zu sensibilisieren.“ Dabei verpflichten sich die Schüler, regelmäßig Energiespar-Aktionen durchzuführen. Obwohl der Startschuss offiziell nicht gefallen ist - der Antrag muss noch genehmigt werden - haben die Kinder in Jork längst losgelegt.
So haben Drittklässler in zwei Arbeitsgemeinschaften bereits konkrete Projekte entwickelt. Neben vielen anderen ist eines eine Aufkleber-Aktion. So klebt jetzt unter jedem Lichtschalter im Schulgebäude ein selbst gebastelter Sticker. Darauf steht: „Alle raus, Licht aus!“
Geschäftstüchtig sind die Schüler ebenfalls: Für 50 Cent waren die Aufkleber beim Schulfest käuflich zu erwerben. Mit den Einnahmen kauften sich die Kinder Müllpicker, um den Unrat aus den Büschen und Sträuchern einzusammeln. Als eine der nächsten Aktionen wollen Klimadetektive Energiesparpotentiale in der Schule aufdecken.
Die wird es mit Sicherheit reichlich geben. Die Gemeinde hat sich seit Langem vorgenommen, ihr in die Jahre gekommenes Gebäude auf Vordermann zu bringen - insbesondere in Sachen Elektrosanierung und Brandschutz. Sofern der Rat die Haushaltsmittel freigibt, soll es so schnell wie möglich in 2018 losgehen. Dann könnten gleich die Voraussetzungen für ein größeres Klimaschutz-Projekt geschaffen werden.
Kürzlich stellte Oliver Kasper von der „Bürger-Energie Buxtehude“ (siehe Info-Kasten) im Bauaussschuss des Gemeinderates vor, wie Jork von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule profitieren würde. Kasper durfte auf Initiative von Lücken und Poppe im Ausschuss vortragen. Sofern in Kürze die neue Elektroanlage installiert wird, könnten in einem Rutsch die Strippen für die PV-Anlage verlegt werden.
„Sonnen-Kollektoren auf unserem Dach wären eine prima Geschichte“, so Lücken. Dann könnten die Lehrer den Schülern auf TV-Monitoren anschaulich zeigen, wie viel Strom die Sonne erzeugen kann und wie viel CO2 sich einsparen lässt. Lücken: „Das ist Umweltschutz konkret.“
Laut Fachbereichsleiter Uwe Köpke wird der Rat über die Installation einer PV-Anlage im neuen Jahr diskutieren.


So funktioniert die Bürger-Energie


Die Genossenschaft Bürger-Energie betreibt in Buxtehude bereits eine größere Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halepaghen-Schule und eine Windkraftanlage in der Ortschaft Immenbeck. Würde sich die Jorker Politik für eine PV-Anlage auf dem Dach der Grundschule entscheiden, wäre sowohl die Investition (40.000 Euro netto) als auch Betrieb und Wartung für die Gemeinde kostenneutral, so Oliver Kasper von der Bürger-Energie. Seine Berechnung ergibt: Die Stromkosten reduzieren sich für die Gemeinde über die Laufzeit von 20 Jahren um ca. 16.000 Euro - die Miete für die PV-Anlage bereits herausgerechnet. Kasper: „Außerdem würde Jork einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Im Sommer 2018 könnte die Anlage in Betrieb gehen.
Bürger können Mitglied in der Genossenschaft werden (Mindestbeitrag 200 Euro) und von allen Aktivitäten der Genossenschaft partizipieren. Mitglieder können zudem anlagenspezifisch sogenannte Nachrang-Darlehen gewähren, die über die Laufzeit verzinst werden. Am Ende bekommen die Mitglieder ihren Einsatz zurück.