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Knöllchen-Hilfe in Buxtehude vom Bürger

Der Leser zeigt nach eigenem Bekunden Verkehrssünder "gnadenlos" an
WOCHENBLATT-Leser meldet den Behörden Verkehrssünder

tk. Buxtehude. "Das entlastet das Ordnungsamt und bringt Geld in die Kasse der Stadt", sagt ein WOCHENBLATT-Leser* aus Buxtehude, der Falschparker und Verkehrssünder aufschreibt und beim Ordnungsamt anzeigt. Hintergrund: In Stade kam die Feuerwehr bei einem Brand in der Altstadt nicht durch (das WOCHENBLATT berichtete).

"In solchen Fällen sind die Bürger gefragt", ist der Leser überzeugt. Er macht Fotos von Falschparkern mit Datumsstempel und Zeit und zeigt die Verkehrssünder bei der Stadt an. "Gnadenlos", so der Mann.

Mit einer Flut von solchen Anzeigen hat "Knöllchen-Horst", ein Rentner aus dem Landkreis Osterode, deutschlandweite Aufmerksamkeit bekommen. Seine Anzeigenflut kam allerdings auch bei den Behörden irgendwann nicht mehr gut an. Inzwischen ist "Knöllchen-Horst" nicht mehr aktiv. Wie sieht die Buxtehuder Stadtverwaltung diese Art der bürgerlichen Amtshilfe?

"Wir müssen jeden Verstoß verfolgen", sagt Doreen Eichhorn, Leiterin des Rechtsamtes. Bürger hätten einen Anspruch darauf, dass ihre Hinweise ernstgenommen werden, so die Juristin der Stadt.

Gleichwohl lasse sich die Verwaltung nicht in Streitereien verwickeln, wenn Nachbar A seinen Nachbarn B regelmäßig anzeige. So etwas geschehe häufiger. Hinweise seien dann wichtig, wenn zu Beispiel ein und dieselbe Person ständig einen Behindertenparkplatz blockiere. Ein anderer Klassiker, bei dem das Telefon in der Verwaltung klingelt: Wenn Wohnstraßen so zugeparkt werden, dass die Müllabfuhr nicht mehr durchkommt.

Für den Fachbereich Sicherheit und Ordnung sind derzeit fünf Mitarbeiter unterwegs, die Verkehrssünder in Buxtehude und den Ortschaften aufschreiben. Dieses Team kann nicht überall präsent sein. Ein Kollege Eichhorns hat dennoch eine zwiespältige Einstellung gegenüber dieser Form der Amtshilfe vonseiten der Bürger: "Das ist eine Mentalitätsfrage der Beteiligten."

Übrigens - wenn Parksünder ihr Verwarnungsgeld nicht fristgerecht bezahlen, wird das darauf folgende Bußgeldverfahren an den Landkreis weitergereicht. Das Geld bleibt damit auch beim Landkreis. Wer als Verkehrssünder die Stadtkasse unterstützen will, sollte die 10 Euro fürs Falschparken daher zeitnah überweisen.
* Namen der Redaktion bekannt