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Kopenkamp in Stade: Hier sind alle willkommen

Warben bei einem Presse-Termin für mehr Toleranz (v.li.): Marian Lüthje, Maren Kastrau und Dr. Rolf Kroidl
bc. Stade. Der Stadtteil Kopenkamp in Stade steht eigentlich für Vielfalt, Toleranz und ein harmonisches und soziales Miteinander. Umso verstörender und besorgniserregender war es für einige Nachbarn, was sich vor Kurzem bei ihnen vor der Haustür abgespielt hat.
Flüchtlinge fanden in ihrem Briefkasten Fotomontagen, die ihnen unterstellten, sie seien Mitglied der Terrororganisation IS und hier unerwünscht. Die Polizei konnte den Autoren des Schreibens nicht ermitteln. Weitere widerliche Aktion: Gestörte quetschten eine Plastiktüte voll Hundekot in den Postkasten der unbescholtenen syrischen Familie. Bei einem anderen Ausländer wurde eine Schweinekopf vor die Haustür gelegt.
Von solchen ekligen Aktionen distanziert sich der Vorstand der Initiative „Nachbarn im Kopenkamp“ (NIK) ausdrücklich. „In unserem Stadtteil sind alle Nachbarn willkommen“, sagt NIK-Vorstand Marian Lüthje. Für dieses Jahr plant der Verein zahlreiche Aktionen, die das Zusammenleben und das Miteinander fördern sollen, u.a. ein Kinderfest am 18. August, eine Wildmüll-Sammelaktion für Jedermann am 24. März (9.30 bis 12 Uhr) und eine Kopenkamp-Rallye. Lüthje: „Der Verein NIK möchte dazu beitragen, dass auch Nachbarn unterschiedlicher Herkunft, friedlich miteinander umgehen und in gemeinsamen Gesprächskreisen vorhandene Vorurteile abbauen.“ Auch Dr. Rolf Kroidl ist einer der gegenwärtig 33 Mitglieder bei NIK. Er und seine Frau Jutta halten intensiven Kontakt zu zahlreichen Asylbewerbern und vielen ehrenamtlichen Helfern. „Diese unangenehmen Belästigungen sind zum Glück eine seltene Ausnahme“, sagt er. Die Stader Bevölkerung zeichne sich eher durch korrektes Verhalten aus, durchaus oft kritisch und zurückhaltend, manchmal geprägt von wohl irrationaler Angst aber auch nachvollziehbarer Besorgnis.
„Viele Mitmenschen sind interessiert und öffnen sich für Hilfsmaßnahmen“, berichtet Kroidl. Unzählige Bürger seien bereit gewesen, Möbel, Einrichtungsgegenstände oder Fahrräder zu spenden. Eine große Zahl engagierter Helfer - überwiegend Frauen - betreue unermüdlich Flüchtlinge, gebe Deutschunterricht, helfe bei Hausaufgaben und begleite bei Behördengängen.
Einmal pro Monat findet im Gemeindehaus der Johanniskirche ein internationales Treffen statt. Kroidl: „Es fehlen aber immer noch Menschen, die sich um eine neue Familie oder um Einzelpersonen kümmern können.“

So kann man bei NiK mitmachen

Der Verein Nachbarn im Kopenkamp (NIK) hat sich im April 2017 gegründet, um das nachbarschaftliche Miteinander in Stade-Kopenkamp zu verbessern. Initiiert wurde der Verein von Wohnstätten-Chef Dr. Christian Pape. Von Nachbarn für Nachbarn soll damit eine Plattform geschaffen werden, um gemeinschaftliche Aktivitäten vorzubereiten und durchzuführen. Wer mitmachen will, kann sich bei Maren Kastrau (04141-607542, m.kastrau@wohnstaette.de) oder Marian Lüthje (0151-21409964, marian.luethje@t-online.de) anmelden. Weitere Infos: www.nachbarn-im-kopenkamp.de