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Kriminologe Prof. Pfeiffer: Jugendknast therapiert keine Intensivtäter

Prof. Dr. Christian Pfeiffer: "Früh intervenieren" (Foto: oh)
tk. Buxtehude. Junge Intensivtäter im Jugendknast therapieren zu wollen, funktioniere nicht, sagt Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Wenn nur noch Jugendstrafen helfen, habe vorher jemand seinen Job nicht richtig gemacht, übt der Kriminologe Fundamentalkritik. Je früher bei straffälligen Kindern die Intervention erfolge, desto höher sei die Chance, etwas zu erreichen. "Sonst gleiten sie ab."
In Hannover gebe es etwa ein Kriseninterventionsteam aus Polizei, Jugendämtern, freien Trägern der Jugendarbeit und Menschen aus dem sozialen Umfeld der Problemkids. Werden die drei Mal aktenkundig, beginne sofort die Suche nach Lösungen.
Was Pfeiffer für einen guten und erfolgversprechenden Weg auch für sehr problematische Kinder hält, werde vereinzelt schon in Süddeutschland praktiziert: Dort werden Pflegefamilien, die sich freiwillig melden, von Jugendämtern zu Topfachkräften ausgebildet. Sie werden sehr gut bezahlt und haben ständig Ansprechpartner an ihrer Seite, die auch regelmäßig in die Familien kommen. In eine solch stabile Familie mit etwas älteren Kindern komme ein problembeladener Heranwachsender. "Das ist keine Strafe, sondern eine engmaschige Auffangsituation", sagt Pfeiffer.
Dieses Modell, das unterm Strich sogar kostengünstiger sei als jede Heimunterbringung, will der Experte im Februar der niedersächsischen Landesregierung näherbringen.