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Landkreis: "Mehr Vertrauen und Toleranz für die Gesellschaft"

Nach der Gedenkpredigt von Pastor Detlef Beneke legten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr einen Kranz am Denkmal nieder

Volkstrauertag in Ahlerstedt: Kreativer Gottesdienst mit Prozession

ab. Ahlerstedt.
ab. Ahlerstedt. Einen beeindruckenden und kurzweiligen Gottesdienst hielten am Sonntag in der Kirche in Ahlerstedt Pastor Detlef Beneke und seine Konfirmanden und Konfirmandinnen. Dabei kamen anlässlich des Volkstrauertages neben Themen wie Krieg und Konfliktlösungen auch das Verantworten der eigenen Zukunft zur Sprache. Bürgermeister Uwe Arndt wünschte sich „mehr Vertrauen, Zuversicht, Gelassenheit und Toleranz“ für die Gesellschaft.

Ausschnitte aus dem Antikriegsfilm „Die Brücke“ von Bernhard Wicki, Gedanken der Konfirmanden zu den Themen Konflikt und Krieg, Erinnerungen an den Widerstandskämpfer und Theologen Dietrich Bonhoeffer und eine Predigt, die sich mit Krisen, Gerechtigkeit und Zukunft auseinandersetzte - der Gottesdienst zum Volkstrauertag in der gut gefüllten Kirche in Ahlerstedt stimmte sehr nachdenklich.

Detlef Beneke trug eine Geschichte aus der Bibel über einen reichen Mann vor, der von seinem Verwalter betrogen wird, diesen aber nicht ins Gefängnis werfen lässt, sondern aus dessen Verhalten Lehren für das Leben zieht. Dabei schlug Beneke einen Bogen in die jetzige Zeit. Es fehle an Verantwortung und Verbindlichkeit, so der Pastor.
„Alles muss sofort Spaß machen und wenn nicht, will man gleich wieder damit aufhören.“ Nicht nur mancher Jugendliche hätte Probleme damit, seine Zukunft bewusst zu gestalten, sondern auch Erwachsene. Doch dazu gehörte es, Krisen zu meistern, Entscheidungen mit Weitblick zu fällen. „Denkt an das, was vor Gott zählt. Wir sind Gott schuldig, an die Zukunft zu glauben.“

Konflikte nicht eskalieren zu lassen, mit ehrlicher, aber konstruktiver Kritik aufeinander zuzugehen und Lösungen zu finden, regte Bürgermeister Uwe Arndt in einem „Gespräch“ mit zwei Jugendlichen an. „Konflikte müssen nicht schlecht sein, es kommt darauf an, wie damit umgegangen wird.“

Derzeit gebe es weltweit mehr als 30 Kriege und Konflikte. „Wir müssen für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen und Perspektiven schaffen“, so Arndt. Dabei sollten nicht nur Wachstum und Rendite im Vordergrund stehen, sondern der Mensch.

An einer anschließenden Prozession zum Denkmal, an dem eine kleine Gedenkfeier abgehalten wurde, nahmen u. a. der Schützenverein, die Reiterstaffel und die Freiwillige Feuerwehr teil. Vor der Kranzniederlegung erinnerte Detlef Beneke mit einer Lesung aus Briefen an die Ahlerstedter, die im Zweiten Weltkrieg gelitten hatten und gedachte jener, die weltweit unter Krieg und Folter leiden.