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Landkreis Stade: "Noch fehlen etliche Störche"

In das Nest am Melkerstieg in Buxtehude ist bereits ein Storchenpärchen eingezogen (Foto: Thomas Kaufmann)

Die Störche kehren langsam zurück: Ein Interview mit "Storchenvater" Gert Dahms

ab. Landkreis.
In den Landkreis Stade sollten 37 Storchenpaare zurückkehren, doch davon fehlen noch etliche. - Diese Information kann niemand so gut geben wie Gert Dahms aus Hammah. In einem Interview mit dem WOCHENBLATT sprach der Storchenkenner über seine Tätigkeit und was die majestätischen Vögel bei ihrer Reise gen Stade aufgehalten haben könnte.

WOCHENBLATT: Sie sind als Spezialist für Weißstörche im Landkreis Stade bekannt. Wann haben Sie Ihre Begeisterung für diese Vögel entdeckt? 
Dahms:
Schon in der Grundschule habe ich mich für Vogelkunde interessiert und Vögel beobachtet. Mit 19 Jahrenbin ich bei der Vogelwarte auf Helgoland Beringer geworden. Mir wurde bald klar, dass ich mich für eine Vogelsorte entscheiden musste. Meine Wahl ist auf die Weißstörche gefallen.

WOCHENBLATT: Bei vielen Vogelarten sind sich die Partner ein Leben lang treu. Wie sieht es bei den Störchen aus?
Gert Dahms: Bei Störchen ist das etwas anders. Manche Paare trennen sich unterwegs und treffen sich am Nest wieder. Manchmal wechseln sie auch die Partner. Denn bindend ist eher das Nest..

WOCHENBLATT: Im Landkreis Stade sind bis jetzt noch nicht alle Störche eingetroffen ...
Dahms: Im vergangenen Jahr waren es 37 Storchenpaare. Etwas mehr als die Hälfte ist inzwischen zurückgekehrt.

WOCHENBLATT: Woran kann das liegen?
Dahms: Es könnte sein, dass diejenigen fehlen, die über die Ostrute, über Bulgarien und die Türkei zurückkehren. In Bulgarien hat es heftige Unwetter mit Eisregegen gegeben. Die Störche konnten nicht mehr fliegen und wurden von den Bauern eingesammelt und in Ställen wieder aufgepäppelt. Wenn sie nicht eingegangen sind, müssten sie auch bald eintreffen.

WOCHENBLATT: Um den Bestand der Störche überblicken zu können, werden die Vögel mit einem Ring gekennzeichnet. Wie gelingt das?
Dahms: Überwiegend beringe ich Jungstörche, was meistens unproblematisch ist: Sie können ja nocht nicht fliegen, darum legen sie sich bei Gefahr hin und geben vor, tot zu sein. Dann lässt sich der Ring leicht befestigen. Die Alten beobachten das aus der Nähe, unternehmen aber nichts.

WOCHENBLATT: Wurden Sie beim Beringen schon mal attakiert?
Dahms: Tatsächlich hat mich einmal auf Krautsand ein Jungstorch angegriffen und in die Hand gehackt. Eine Bäuerin hatte das mitbekommen und mir zwei Schnäpse verabreicht: einen für die Wunde und einen zum Trinken. Das hat geholfen (lacht).

WOCHENBLATT: Welcher Aufgabe gehen Sie im Moment nach?
Dahms: Derzeit mache ich eine Bestandsaufnahme und lese die Ringe ab. Alle kontrollierten Störche sind "Bekannte" aus den vergangenen Jahren. Neue Tiere haben sich bisher noch nicht bei uns angesiedelt.