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Marlena - hüllenlos im Paradies: "Ich bereue gar nichts"

Marlena strandet in der ersten Folge auf der Insel der Versuchung (Foto: RTL)
bc. Buxtehude. Die wohl konsequenteste Form des Trash-Fernsehens sahen TV-Zuschauer in der vergangenen Woche bei RTL: „Adam sucht Eva“ hieß die Kuppelshow mit Fremdschäm-Faktor, bei der nach und nach sieben semi-prominente und elf komplett unbekannte Teilnehmer auf einer Südsee-Insel ausgesetzt wurden, um sich splitterfasernackt rund um die Uhr filmen zu lassen, wie sie miteinander anbandeln. Die entscheidende Frage dabei: Wer tut sich so etwas an?
Das WOCHENBLATT traf sich mit Marlena. Die 21-Jährige aus Buxtehude war in zwei Folgen der Sendung hüllenlos auf der Mattscheibe zu sehen. Dann musste sie das zu Französisch-Polynesien gehörende Atoll „Tikehau“ wieder verlassen. Bereuen Sie die Teilnahme?, wollten wir wissen.
„Nein, ich bereue gar nichts. Wir sind doch alle nackt geboren. Im 21. Jahrhundert sollte das kein großes Thema mehr sein“, sagt die junge Frau, die nach einer abgebrochenen Kochlehre aktuell eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau in einem Getränkemarkt in Buxtehude absolviert. Ungewohnt sei es am ersten Tag schon gewesen, sämtliche Kleidung vor dem Kamera-Team und den anderen Kandidaten abzustreifen: „Am liebsten hätte ich mir die Klamotten sofort wieder angezogen. Aber ans Nacktsein habe ich mich mit der Zeit gewöhnt.“
Neun Drehtage hatte Marlena, produziert wurde die Show im Mai und Juni. Insgesamt einen Monat durfte sie in der Südsee verbringen. Hört sich fast wie ein kostenloser FKK-Urlaub an, wären da bloß nicht die vielen Kameras
gewesen. „Wann komme ich schon mal wieder an einen so paradiesischen Ort? Wahrschein-
lich nie“, gibt sie freimütig zu.
Ohnehin habe sie niemals ernsthaft geplant, im Fernsehen den Mann fürs Leben zu finden: „Ich nehme doch keinen Mann, der dafür bezahlt wird, in der Sendung aufzutreten“, sagt Marlena, die nicht verraten möchte, was sie für den Nackedei-Auftritt bekommen hat. Laut Berichten in Boulevardmedien sollen es aber 2.500 Euro gewesen sein.
Über eine Kölner Casting-Agentur sei sie auf das Kandidaten-Gesuch der Produktionsfirma aufmerksam geworden: „Ich habe mich einfach beworben. Dass ich jemals ausgewählt werde, hätte ich nie gedacht“, erzählt Marlena, die zuvor nur einmal ein professionelles Foto-Shooting gemacht hat. Mittlerweile bekommt sie über Facebook sogar Fanpost. Viele nette Mails sind dabei, aber auch einige böse.
Sie verbuche die Teilnahme bei „Adam sucht Eva“ als eine Art Lebenserfahrung. Freundschaften vom Trip ins Paradies seien kaum geblieben. Ohnehin habe sie nicht das Gefühl gehabt, jemals eine faire Chance bei dem Reality-Format besessen zu haben. Zu viel sei im Vorwege abgesprochen gewesen.
Mehr als zwei Millionen Menschen verfolgten die Trash-Show im Schnitt am Bildschirm. Nach einer kleinen Pause möchte sich Marlena überlegen, ob sie nicht erneut bei einer Reality-Sendung mitmacht. „Aber“, sagt sie, „nicht noch einmal nackt.“