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Mieter in Buxtehude sind traurig: Viele Obstbäume wurden gefällt

"Wir wurden nicht informiert". Einige Mieter der Häuser an der Wiesenstraße sind traurig, dass Bäume gefällt wurden

tk. Buxtehude. "Wir sind unendlich traurig", sagt Elisabeth Tandetzki. Sie spricht vielen Nachbarn aus der Seele, die in den Mehrfamilienhäusern 44 bis 46 an an der Wiesenstraße in Buxtehude wohnen. Dort hat die "Buxtehuder Wohnungsbaugenossenschaft" als Eigentümer eine Vielzahl von Bäumen - vor allem Obstbäume - fällen lassen. Für den Vorstand der Genossenschaft eine normale und notwendige Sache. Für viele der Anwohner dagegen völlig unverständlich.

Ortstermin: Fast alle Bäume auf der Rückseite der Gebäude sind weg. Einst zog sich ein Baumstreifen über die gesamte Häuserfront. Auch eine große Kastanie, die zwischen zwei Häusern stand, ist verschwunden. Der geringe Stammdurchmesser einiger Baumstümpfe lässt erahnen, dass die Bäume noch nicht riesengroß und alt waren.
"Wir wurden nicht einmal im Vorfeld informiert", kritisieren Mieter, mit denen das WOCHENBLATT gesprochen hat. Im Sommer haben sie unter den schattenspendenden Bäumen gesessen, sich im Frühjahr über die Blütenpracht gefreut.

Manfred Dabelstein, nebenamtliches Vorstandsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft, verteidigt die Aktion: Einige Bäume seien sturmgefährdet gewesen. Zudem habe sich niemand um das Fallobst gekümmert, das Ungeziefer - auch Ratten - angezogen habe. Es habe Mieter gegeben, die sich am liegengebliebenen Obst gestört hätten. Zudem sei das notwendige, regelmäßige Schneiden der Obstbäume sehr arbeits- und zeitintensiv.

"Eine Ratte habe ich hier noch nie gesehen", sagt einer der Mieter, der die Fällaktion kritisiert. Der Mann findet, dass er als Mitglied der Genossenschaft mehr als nur ein Mieter sei. "Wir hätten ein Mitspracherecht haben müssen."
Und Elisabeth Tandetzki hätte Obstbaumpatenschaften vorgeschlagen, wenn sie von der bevorstehenden Fällaktion nur früh genug erfahren hätte. "Ich habe so oft Apfelmus gekocht und Apfelkuchen gebacken", erinnert sie sich an die Ernte.

Wer mit den Anwohnern spricht, merkt sehr schnell: Sie sind nicht wütend, sie sind zutiefst betroffen und unglücklich über den radikalen Kahlschlag
Immerhin: Dabelstein kündigt an, dass im Frühjahr neu gepflanzt werde. Blühende Sträucher wie Magnolien sollen dabei sein. Zu schnell sollen die neuen Bäume und Sträucher aber nicht wachsen, so Dabelstein.

Michael Lemke, Ratsherr der Grünen, ist als Baumschützer in Buxtehude bekannt. Gleichzeitig ist er Aufsichtsratsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft. Dass die Maßnahme nicht kommuniziert wurde sei bedauerlich. Die Arbeiten seien aber erforderlich gewesen, so Lemke auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Künftgi solle besser kommuniziert werden. Am Montag erst bekamen alle Mieter Post. In dem Schreiben wurden auch die Neuanpflanzungen angekündigt.