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Mit Kind und Roller durch Berlin

Viele Touristen zieht es zum Brandenburger Tor - uns auch
 
Mit dem ICE, Musik und Lesestoff ist für Mia die Fahrt nach Berlin kurzweilig

Wie wäre ein Wochenendtrip in die deutsche Hauptstadt? WOCHENBLATT-Redakteurin Alexandra Bisping hat es mit ihrer Tochter ausprobiert


(ab). Das Kind ist selig: Es kann mit seinem Roller Runden über den riesigen Potsdamer Platz drehen. Ich, WOCHENBLATT-Redakteurin Alexandra Bipsing, bin froh, den Roller eingepackt zu haben. Um 6.21 Uhr sind meine Tochter Mia (9) und ich an einem Samstagmorgen aus Buxtehude Richtung Hauptbahnhof Hamburg gestartet, um von dort mit dem ICE und einem 19-Euro-Ticket gen Hauptstadt zu brausen.

Das Hotel haben wir vorab gebucht: Es befindet sich unweit des Potsdamer Platzes. "Das sind aber große Häuser", stellt Mia nach unserer Ankunft fest. Sie steuert geradewegs auf das Ritz Carlton zu, lässt sich aber von mir überzeugen, dass das nicht unsere Unterkunft ist. In unserem Hotel angekommen, können wir noch nicht einchecken, aber das Gepäck hinterlassen. Nach einem Frühstück starten wir mit unserer "Touristentour".

Vom Potsdamer Platz aus geht es per S-Bahn zum Hackeschen Markt. Dort bieten Künstler zwischen Obstständen und Futterbuden Schmuck aus Besteck, Stofftiere aus Strumpfhosen und selbstgemalte Bilder an. Mia ist begeistert von den Kunstwerken.
Es weht ein eisiger Wind, der uns zum Aufwärmen in ein Café treibt. Meine Tochter und ich staunen: Beim Bestellen an der Theke wird mein Name notiert und als Kaffee und Kakao fertig sind, lauthals durch den Raum gerufen. Wer auf die Toilette gehen möchte, braucht einen Code. Der steht auf dem Kassenbon. Im Café selbst tummelt sich ein buntes Gemisch aus Jung und Alt, Berlinern und Touristen.

Weiter geht es zu den Hackeschen Höfen. "Mama, ist der sehr arm?", fragt Mia und meint einen Mann, der sein bisschen Besitz neben einem Hund auf einer Decke verteilt hat. Überhaupt sehen wir viele Obdachlose, Straßenzeitungsverkäufer, Bettler und solche, die im Müll nach Pfandflaschen suchen. Zum Wegschauen fehlt uns die nötige Ignoranz, Armut in der Großstadt weckt Gesprächsbedarf.

Wir ziehen weiter, flanieren mit dem Roller "Unter den Linden" entlang, besuchen die im zweiten Weltkrieg zerstörte Gedächtniskirche auf dem Ku'damm. Da ich keine Sprengstoffexpertin bin, kann ich zu Mias Unmut Fragen zu Bomben und wie sie explodieren wenig sagen.
Den Abend verbringen wir vor der gigantischen Kinoleinwand des IMAX und fallen, den Kopf noch voller Ereignisse, in unsere Betten.

Am nächsten Morgen heißt es auschecken, Gepäck am Hauptbahnhof deponieren und im trendigen Viertel "Prenzlauer Berg" ausgiebig frühstücken. Gestärkt geht es danach zum Fernsehturm, dem "Alex". Zwei Mal überlegen wir, ob das Warten in der Kälte und mehr als 20 Euro Eintritt einen Besuch wert sind, und entscheiden uns dagegen. Stattdessen besuchen wir das Brandenburger Tor, doch Mia findet die Quadriga nicht so spannend wie die dort auf Touristen wartenden Kutschpferde.
Unsere Zeit neigt sich dem Ende zu. Gern wären wir länger geblieben. Berlin, wir besuchen dich bald wieder.

Tipps für Berlin gibt es z.B. unter www.mitvergnuegen.de oder www.berlin.de.