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Moschee-Bau: Alles hängt von diesem Gutachten ab

Ata Shakoor, Sprecher der Ahmadiyya Muslim-Gemeinde in Buxtehude (Foto: archiv)
bc. Buxtehude. Die Buxtehuder Ahmadiyya Muslim-Gemeinde wartet gespannt auf das Gutachten, das die Chemiefabrik „Synthopol“ in Auftrag gegeben hat. „Erst wenn wir mehr über künftige Mindestabstände wissen, können wir die nächsten Schritte angehen. Unsere Pläne liegen aber nicht auf Eis“, betont Gemeindesprecher Ata Shakoor.

Wie berichtet, sieht sich „Synthopol“ in Zukunft mit höheren gesetzlichen Anforderungen konfrontiert. Zum einen, weil sich das Unternehmen vergrößert, zum anderen, weil die Mengenschwellen für die Lagerung gefährlicher Betriebsstoffe neu bewertet werden. Das Gutachten soll die neuen Mindestabstände zu umliegenden Gebäuden ermitteln.

Der Inhalt des Papiers ist entscheidend für die Ahmadiyya-Pläne. Denn: Die die Glaubensgemeinschaft plant ihre Moschee in unmittelbarer Nachbarschaft zu „Synthopol“. Öffentliche Einrichtungen mit Publikumsverkehr wären innerhalb des Mindestabstands nicht mehr genehmigungsfähig.

Die Ahmadiyya ist voller Zuversicht, dass sie ihr Projekt am „Alten Postweg“ nicht begraben muss. Hoffnung mache ein ähnlich gelagerter Fall in Iserlohn, so Shakoor. Dort wollte die Muslim-Gemeinde ebenfalls eine Moschee in einem Gewerbegebiet neben einem sogenannten Störfallbetrieb errichten. „Letztlich wurde unser Bau positiv beschieden“, sagt Shakoor.

Laut ursprünglicher Planung hätten die etwa 80 Mitglieder der Buxtehuder Ahmadiyya-Gemeinde schon Ende des Jahres in ihre neuen Gebetshallen einziehen wollen. Das klappt nun nicht mehr. Shakoor und seine Mitstreiter warten nur noch auf das Startzeichen für den Bau.

Die Finanzierung steht, die Architektenzeichnungen sind fertig, das ca. 2.300 Quadratmeter große Grundstück ist gekauft. Ungefähr 500.000 Euro soll die Moschee inklusive Grunderwerb kosten. „Das Gebäude wird im Baukastenprinzip errichtet. Die einzelnen Teile werden in Süddeutschland gefertigt“, erklärt Shakoor. Die Buxtehuder Moschee werde knapp die 50. der Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland sein.

Weil es sich beim Alten Postweg planungsrechtlich um ein Gewerbegebiet handelt, steht der Errichtung von Gebäuden für kirchliche oder religiöse Zwecke nichts im Weg. Shakoor: „Es finden in der Moschee keine regelmäßigen Versammlungen statt. Es herrscht dort nicht jeden Tag Betrieb.“

Alles hängt jetzt von diesem Gutachten ab. In einigen Wochen soll es vorliegen.