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Neues Gesetz soll Innenstädte beleben

Die Hökerstraße in Stade
(bc). Der Einzelhandel hat arg zu kämpfen, der Onlineboom nimmt ruinöse Züge für manche Innenstadt-Kaufleute an. Wenn nichts passiert, droht eine Verödung von 1A-City-Lagen. Es gibt Prognosen, dass in den kommenden fünf Jahren bis zu 50.000 Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland schließen müssen. Niedersachsen will nun endlich reagieren.
Anfang 2017 kommt ein Gesetz in den Landtag, um sogenannte Business Improvement Districts (BID) zu ermöglichen - ein bundesweit bereits bewährtes Instrument, um Innenstädte zu beleben. Über Chancen und Risiken von einem BID diskutierten vor wenigen Tagen Experten bei einer IHK-Veranstaltung in Stade. Die Stadtverwaltung in Stade kann sich gut vorstellen, dass ihre Altstadt von dem neuen Gesetz profitieren wird.
So funktioniert es: In einem BID - in Hamburg gibt es bereits 25 davon - schließen sich Eigentümer und Einzelhändler zusammen, um gemeinsam Maßnahmen zur Aufwertung ihres Standortes zu finanzieren und umzusetzen. Der große Unterschied zu den bekannten freiwillig organisierten Werbegemeinschaften: Alle Immobilien-Eigentümer werden in einem klar abgegrenzten Gebiet per Zwang verpflichtet, je nach Gebäudewert ihren finanziellen Beitrag zu leisten, um ein zuvor beschlossenes Maßnahmenpaket umzusetzen. Damit verfügen BID-Manager über ganz andere Budgets als die üblichen Standortgemeinschaften.
Und: Das immer wieder beklagte und auch in Stade und Buxtehude ausgeprägte Trittbrettfahrertum, bei dem nur ein Teil der Einzelhändler Geld für Marketingaktionen locker macht, von denen aber die gesamte Innenstadt profitiert, gebe es nicht mehr. „Es gibt nichts Besseres als ein BID“, sagte Markus Pfeffer, BID-Manager aus dem hessischen Gießen, in Stade. Wenn Eigentümer nicht wollen, dass sie über kurz oder lang ihre lukrativen innerstädtischen Gewerbeimmobilien zu Wohnungen umbauen müssen, sollten sie so schnell wie möglich mit Hilfe eines BID für mehr Aufenthaltsqualität in den City-Lagen sorgen. Ganz wichtig sei dabei aber, dass die erste Initiative von den Eigentümern selbst ausgehe.

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