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Nottensdorf: "Rollator-Führerschein" mit Rampe und Klingel

Siegfried Häußler erklärt, wie es geht. Kirsten Wäbs unterstützt und hilft den Senioren

Sigfried Häußler von der Verkehrswacht gibt Kursus im Altenpflegeheim

ab. Nottensdorf.
ab. Nottensdorf. Erwartungsvoll und ein wenig besorgt schauen die Bewohner des Altenpflegeheims Nottensdorf Haus am Wald dem Mann von der Deutschen Verkehrswacht zu. Der Buxtehuder Siegfried Häußler baut seine Ausrüstung auf: eine Rampe, Verkehrshütchen, kleine Gegenstände mit Signalwirkung, die sich an Kleidung und Rollator befestigen lassen. Heute wird Häußler den Teilnehmern zeigen, wie sie ihren Rollator sicher bedienen. Dabei überprüft er auch, ob die Hilfsgeräte technisch einwandfrei sind. Der Kursus gehört zu den Bausteinen des Projektes „Sicher mobil bleiben“ der Verkehrswacht. Häußler nennt ihn auch „Rollator-Führerschein“ oder „Rollator-TÜV“.

„Jeder denkt, ein Rollator muss nur vor sich hergeschoben werden. Doch es gibt dabei vieles zu beachten“, erläutert Häußler. Der größte Fehler: den Rollator zu hoch einzustellen. Der Verkehrsfachmann zeigt den Senioren, wie es richtig geht: Arme im Stehen locker baumeln lassen und dann rechts und links den Griff auf Höhe der Handwurzel justieren. Gar nicht leicht für jemanden, dem es ohne Rollator schwer fällt, das Gleichgewicht zu halten.

Anschließend gilt es, mit Unebenheiten wie Bordsteinkanten und Schrägen zurechtzukommen. Dazu hat Siegfried Häußler eine Rampe im Zimmer aufgebaut. Die erste Seniorin nähert sich skeptisch, freut sich dann aber, als Häußler ihr zeigt, wie sich ein Rollator durch eine Ankipphilfe, eine kleine Vorrichtung in Fußnähe, bedienen lässt. Jetzt kann sie die Kante der Rampe problemlos meistern. „Das geht gut“, sagt sie lächelnd und kann so den ein oder anderen zum Nachmachen motivieren.

Für große Heiterkeit unter den Anwesenden sorgt die Signalhaube für Helme, die sich Häußler auf den Kopf stülpt: Auch damit könne man im Verkehr auf sich aufmerksam machen, erklärt er den Zuschauern augenzwinkernd. Doch die winken ab: „Das sieht ja aus wie eine Badehaube“, kommentieren sie lachend und interessieren sich mehr für die Klingeln, die sich ganz einfach am Rollator befestigen lassen. 

Während Häußler den Kursus fortsetzt, Räder checkt und Schrauben überprüft, erklärt Kirsten Wäbs, verantwortlich für Koordination und Betreuung: „Der Rollator ist für die Bewohner das beste Mittel, um sich fortzubewegen und um mobil zu bleiben.“ Das sei besonders wichtig, denn einige Senioren würden sonst nur zwischen ihrem Zimmer und dem Speisesaal hin- und herpendeln und sich nicht weiter bewegen.

Im Sommer soll es noch einmal einen Kursus geben, dann allerdings im Freien. „Kirsten Wäbs und Siegfried Häußler überlegen, dann vielleicht selbst entworfene „Führerscheine“ an die Teilnehmer auszugeben.