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Obstbauern ernten die Früchte ihrer Arbeit

Obstbauer Ulrich Buchterkirch und Apfelkönigin Mandy Brockelmann pflückten die ersten Früchte von den Bäumen beim offiziellen Startschuss in Francop
bc. Altes Land. Der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen. 26 Kilogramm der knackigen Früchte vertilgt jeder Deutsche pro Jahr. Jetzt dürfen sich die Menschen wieder auf frische Äpfel aus dem Alten Land freuen. Am Mittwoch fiel der offizielle Startschuss zur Apfelernte an der Niederelbe.

Obstbauer Ulrich Harms begrüßte auf seinem Hof in Francop die "prominentesten Pflücker in der mehr als 200 Jahre langen Geschichte des Hofes". Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) versuchten sich als Erntehelfer.

In diesem Jahr hängen weit weniger Früchte an den Bäumen als in den Jahren zuvor. Die Obstbauern rechnen mit einer Erntemenge von etwa 200.000 Tonnen - der schlechteste Wert seit zehn Jahren. 2012 waren es noch 280.000 Tonnen. Schuld ist die kalte und nasse Witterung im Frühjahr. Die Bienen trauten sich nicht aus ihren Stöcken. Kein Bienenflug, weniger Früchte. Die gute Nachricht: Die Äpfel schmecken dafür besser. Wegen des guten Sommers hat sich viel Zucker in den Früchten gebildet.

Ulrich Buchterkirch, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen, nutzte die Gelegenheit, einen Appell an Minister Meyer zu richten: "Es darf nicht sein, dass sich die nordische Apfelwanze ungehindert ausbreiten darf." In Einzelfällen habe der Schädling zu Ernteausfällen von 40 Prozent geführt. "Den Obstbauern sind die Hände gebunden, weil keine wirksamen Schutzmittel zur Bekämpfung zugelassen sind."

Stichwort Pflanzenschutz: Die Zeit drängt. Bis Ende 2014 besitzt das Alte Land noch seinen Sonderstatus. Hintergrund: Aufgrund der besonderen Beet-Graben-Struktur mit den zahlreichen Gewässern gelten an der Niederelbe andere Regeln für den Einsatz von chemischen Substanzen als im restlichen Deutschland.

Ab 2015 verlangt das Umweltbundesamt, das seit 2012 für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig ist, vom Land Niedersachsen einen neuen Gebietsmanagementplan. Das Problem: Das Land sieht auch die Obstbauern in der Pflicht, mögliche Maßnahmen aufzuzeigen. Buchterkirch: "Obstbau und Land müssen sich dringend an einen Tisch setzen. Wir reden hier über Dauerkulturen. Die Bauern brauchen Planungssicherheit. Man muss uns schon sagen, was wir zu tun haben."

Im Alten Land geht es um die Frage, wie die (unvermeidbaren) Einträge von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer - auch mit Hilfe des technologischen Fortschritts - weitgehend vermieden werden können. "Im Prinzip sprechen wir über eine Art Flurbereinigung, indem wir Wassergräben verfüllen, um andernorts welche zu schaffen", so Buchterkirch. Landwirtschaftsminister Christian Meyer dazu: "Der chemische Pflanzenschutz muss im Einklang stehen mit dem gesetzlich geförderten Gewässerschutz." Der Bund möchte eine naturnahe Gestaltung der Ufer mit ökologisch wertvollen Schilfzonen.