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Obstbauern im Beregnungsstress

Der Eispanzer schützt die frostempfindlichen Blüten der Apfelbäume (Foto: Obstbauzentrum)
bc. Altes Land. Kurze Nächte liegen hinter den Altländer und Kehdinger Obstbauern. Weil die Temperaturen in den vergangenen Tagen mehrmals nachts unter die Gefriergrenze sanken, kamen sie nicht in den Schlaf. Die Landwirte mussten sich um die Frostschutzberegnung ihrer Plantagen kümmern. Eine anstrengende Routine.
Dabei pumpen die Bauern Wasser aus Gräben oder Teichen mittels eines Rohrsystems zu den sogenannten Überkronen-Bewässerungsanlagen, die die unterschiedlich frostempfindlichen Blüten der Apfelbäume mit Wasser benetzen.
Dabei bildet sich um die Blüten herum ein Eispanzer. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Dieser Panzer schützt die Blüten vor dem Erfrieren, weil bei dem Übergang von Wasser zu Eis Erstarrungswärme frei wird, die die Blüten förmlich aufheizt. Die Beregnung läuft dann so lange, bis wieder Plustemperaturen erreicht sind. „Bei ca. null Grad werden die Anlagen angeschaltet“, erklärt Dr. Matthias Görgens, stellvertretender Leiter des Obstbauzentrums Esteburg in Jork-Moorende. Ein Feuchtthermometer in den Plantagen kontrolliert die Temperatur.
Sortenabhängig befinden sich die Apfelbäume an der Niederelbe derzeit zwischen grüner Knospe und dem sogenannten Ballonstadium. Wie berichtet, wird die Vollblüte für ungefähr Ende April/Anfang Mai erwartet. Beregnen die Bauern nicht bei Minusgraden, müssen sich mit hohen Ertragseinbußen bei der Ernte rechnen. Man sagt: Für einen Hektar Plantage brauchen die Landwirte 360 bis 400 Kubikmeter Wasser, wenn die Beregnungsanlagen ununterbrochen zwölf Stunden laufen.