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Rasante Reiterinnen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

Spektakuläre Aufspringspiele sind Teil der Mounted Games: Jana Ingwersen mit ihrem Pony "Maybe" (Foto: oh)
bc. Buxtehude/Wörme. Es ist der größte Erfolg ihrer Karriere: Die Schwestern Jana Ingwersen (25) aus Buxtehude und Kim Ingwersen (16) aus Wörme (Landkreis Harburg) gehen vom 24. bis 27. Juli bei den Mounted-Games-Welteinzelmeisterschaften im dänischen Kopenhagen an den Start. Die Crème de la Crème der internationalen Szene wird dabei sein. Auch Reiter aus dem entfernten Neuseeland haben für das Turnier gemeldet. "Unser erster internationaler Einsatz. Wir sind schon sehr aufgeregt", gesteht Jana Ingwersen.

Mounted Games, das sind rasante Reiterspiele, bei denen Reiter und Pferd zwischen Start- und Ziellinie verschiedene Aufgaben in den Bereichen Tempo und Technik absolvieren müssen. "Die Pferde brauchen eine gute Dressur-Ausbildung und Kondition", sagt Jana Ingwersen. Sie rangiert mit ihrem Bremer Team „Achim RoFlexs“ derzeit auf Platz zwei der Deutschen Rangliste.

Mounted Games waren ursprünglich ein reiner Mannschaftssport, mittlerweile gibt es auch Einzel- und Paarwettbewerbe. In Dänemark gehen die beiden Ingwersen-Schwestern auf eigene Faust an den Start. Täglich haben sie trainiert. In Wörme und in Beckdorf, wo Jana Ingwersens Pony "Maybe" untergebracht ist. Da die Tiere bei den Rennen häufig schnelle Richtungswechsel vollziehen müssen, empfiehlt es sich, auf kompakteren, wendigen Ponys zu reiten.

Jana Ingwersen hat sich ihr Hobby nicht ohne Grund ausgesucht. Mounted Games ist eine besonders tierfreundliche Art des Reitsports. "Wir dürfen keine Gerte und keine Sporen benutzen. Außerdem gibt es Punktabzüge, wenn man sein Pferd beschimpft", erzählt die Krankenschwester in einem Hamburger Krankenhaus.

Kim Ingwersen reist mit ihrem Pony "Dakila" nach Dänemark, das sie selbst ausgebildet hat. Ihr größter Erfolg bislang: der deutsche Jugendeinzelmeistertitel 2011 in der Altersklasse U14. Sie ist praktisch auf dem Rücken der Pferde groß geworden. So lange sie denken kann, reitet sie. "Anfangs haben wohl die wenigsten geglaubt, dass wir es mit unseren beiden Ponys mal zur Weltmeisterschaft schaffen würden", sagt die Schülerin.

Schon an diesem Wochenende brechen die Schwestern zu einem Lehrgang nach Kiel auf. Insgesamt elf deutsche Reiter sind in Kopenhagen dabei. Das WOCHENBLATT wünscht viel Erfolg.

• Mounted-Games (dt.: Spiele zu Pferde) sind Staffelrennen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, bei denen meist sechs Teams, bestehend aus vier Reitern und einem Trainer, gegeneinander antreten. Wie bei Staffelrennen in der Leichtathletik spielen immer mehrere Teams gegeneinander, wobei zwischen den 54 Meter auseinander liegenden Start- und Wechsellinien von jedem Reiter bestimmte Aufgaben (Spiele) zu bewältigen sind. Die Spiele werden anhand ihrer Hauptanforderungen in drei Kategorien eingeteilt: Tempo-, Technik- und spektakuläre Aufspringspiele.