Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Roter Fleck in der Landschaft

Gut einen Quadratkilometer ist der Rotschlamm-See im Stader Moor groß (Foto: www.luftbild.fotograf.de)
bc. Stade. Ganz still liegt er im Moor bei Stade-Bützfleth: der Rotschlamm-See der Aluminumoxid-Werke Stade (AOS). Gut einen Quadratkilometer ist er groß. Die Ausmaße sind nur aus der Luft wirklich zu erkennen. Der Stader Fotograf Martin Elsen hat den riesigen roten Fleck in der Landschaft mit der Kamera eingefangen.
Offiziell ist der See eine Deponie. Jährlich werden rund 700.000 Tonnen Schlamm durch eine unterirdische Leitung gepumpt. Schritt für Schritt muss die AOS daher den Damm erhöhen (das WOCHENBLATT berichtete). Das Unternehmen hat eine Genehmigung für eine Höhe von 21 Metern. „Die Deponie ist überlebensnotwendig für die AOS“, sagt Geschäftsführer Volker Richter dem WOCHENBLATT. An der Existenz der Deponie hängen 550 Arbeitsplätze.
Die Rotschlamm-Deponie im Bützflether Moor ist die einzige aktive in Deutschland. Andere Deponie sind mittlerweile abgedeckt und rekultiviert. Darüber wachsen wieder Bäume und Sträucher. Ein Zukunftsszenario, das auch im Landkreis Stade denkbar wäre. Allerdings wahrscheinlich nicht in den nächsten Jahrzehnten.
Man muss wissen: Rotschlamm ist ein Abfallprodukt, dass bei der Gewinnung von Aluminiumoxid anfällt, einem Vorprodukt bei der Aluminium-Herstellung. Die rote Farbe ist dem hohem Eisengehalt geschuldet.
Es gibt zwar Forscherkreise, die sich Gedanken machen, den Rotschlamm wieder dem Wirtschaftskreislauf zuzufügen. Theoretisch wäre es auch denkbar, beispielsweise das Eisen aus dem Schlamm abzutrennen. Doch eine wirtschaftliche Produkt-Vermarktung ist derzeit unrealistisch.
Die AOS-Halde im Moor ist kein Sondermüll. Sie ist als Deponieklasse 0 eingeordnet und damit ungefährlicher als eine Hausmülldeponie (Klasse 1). Richter: „Im Grunde genommen deponieren wir hier nichts weiter als Erde, wie sie auch in den Tropen vorkommt.“