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"Russen haben WM verdient"

Volksbank-Aufsichtsrats-Vorsitzender Axel Lohse (v.li.), die Vorstandsmitglieder Henning Porth und Ulrich Sievert (re.) mit DFB-Präsident Reinhard Grindel (Foto: bc)
DFB-Präsident Reinhard Grindel bei der Vertreterversammlung der Volksbank Stade-Cuxhaven

bc. Stade. Kein Boykott, mehr Dialog! Als Reinhard Grindel über die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland philosophierte, hingen die Zuhörer im voll besetzten großen Saal des Stadeums an seinen Lippen. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war Ehrengast und Hauptredner bei der Vertreterversammlung der Volksbank Stade-Cuxhaven am Mittwochabend. Gut 500 Genossen und Gäste waren mit dabei. So viele kommen selten zu den Versammlungen.
Grindel, ausgebildeter Redakteur, von 2002 bis 2016 Mitglied des deutschen Bundestags (CDU) und seit 2016 DFB-Präsident, hält es besonders für die russischen Fans für wichtig, dass die WM in ihrem Land stattfindet - allen Krisenherden und russischer Staatspropaganda zum Trotz. "Die Menschen in Russland haben die WM verdient", so Grindel.
Russische Medien würden gegenwärtig ein "Zerrbild über den Westen" zeichnen. Sofern die Russen aber sehen, dass hunderttausende Fans aus dem Ausland ihnen freundlich gegenüber treten, könnte das den Widerspruch zwischen Berichterstattung und Fan-Reaktionen aufbrechen und die Stimmung im Land verändern. "Wir als DFB stellen uns unserer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung", sagte Grindel.
Gerade auch, was das Thema Integration angeht. Dass sich die Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan - beide haben türkische Wurzeln - jüngst vom türkischen Präsidenten Erdogan für Wahlkampfzwecke missbrauchen ließen, als sie sich mit ihm lächelnd ablichteten, habe der Integrationsarbeit des DFB nicht geholfen, so Grindel. Die Aktion sei ein Fehler gewesen. Natürlich dürfe sich ein Spieler zu seiner Herkunft bekennen, gleichzeitig müssten aber Werte wie Fairplay, Respekt und Toleranz vermittelt werden. "Für diese Werte steht Erdogan nicht in hinreichender Weise", erläuterte Grindel. Wer gegen diese Werte verstoße, müsse die rote Karte bekommen. Dafür gab es Applaus der Volksbank-Gäste.
Grindel betonte die Bedeutung der vielen kleinen Amateurvereine in Deutschland. Ohne sie wäre ein Erfolg wie die Weltmeisterschaft 2014 nicht möglich gewesen. "Ein Toni Kroos hat beim Greifwalder SC angefangen und nicht bei Real Madrid, ein Thomas Müller beim TSV Pähl am Ammersee und nicht bei Bayern München", so Grindel. Vereine seien gerade in Zeiten von Globalisierung eine Stätte der sozialen Orientierung.
Im Hinblick auf die Integrationsarbeit wäre es wünschenswert, noch mehr ehrenamtliche Trainer, Betreuer und Vorstandsmitglieder mit Migrationshintergrund motivieren zu können. Allerdings gehe insgesamt die Bereitschaft zurück, ein Ehrenamt zu übernehmen. "Das wird unsere größte Herausforderung werden. Es wäre wünschenswert, wenn Firmenchefs ihre Mitarbeiter bei ihrem ehrenamtlichen Engagement noch mehr unterstützen", so Grindel. Auch der Gesetzgeber sei gefragt, die Regeln fürs Steuer- und Sozialrecht für Vereine zu vereinfachen.


Rückblick auf gutes Geschäftsjahr


(bc).
Der Vorstand der Volksbank Stade-Cuxhaven konnte ihren Genossen am Mittwoch ein gutes Geschäftsjahr präsentieren. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 40,2 Millionen Euro auf 1.177,5 Mio. Euro erhöht. Die Ursache für die Entwicklung lag laut Ulrich Sievert im Ausbau des Kundengeschäfts. Das betreute Kundenkreditvolumen betrug im vergangenen Jahr 1.194 Mio. Euro nach 1.090 Mio. Euro im Vorjahr. Viele Kunden hätten die von der Volksbank empfohlene Möglichkeit genutzt, sich langfristig bis zu 30 Jahre die aktuell niedrigen Zinskonditionen zu sichern.
Vorstandschef Henning Porth betonte, dass die acht Mio. Euro Gewinn nach Steuern benötigt werden, um künftig das Kreditwachstum der regionalen Kundschaft darstellen zu können. Porth: "Im laufenden Geschäftsjahr wollen wir alles dafür tun, dass die erfreuliche geschäftliche Entwicklung seine Fortsetzung findet." Das niedrige Zinsniveau schlage sich allerdings auch in den Volksbank-Büchern nieder. "Wir rechnen mit einem Rückgang unseres Zinsergebnisses von rund 1,5 Mio. Euro, trotz Wachstum."