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Schätze in Buxtehudes Mitte

Weltliches und Kirchliches vereint dieses Fensterbild durch die Symbole der Schlüssel und des Kreuzes miteinander

Das Historische Rathaus und seine "inneren Werte"

ab. Buxtehude. ab. Buxtehude. Wer etwas über das historische Rathaus erfahren möchte, ist bei Bernd Utermöhlen genau richtig. Der Stadtarchivar zeigte dem WOCHENBLATT, was es dort Wertvolles zu entdecken gibt - und wurde dabei selbst noch fündig.

Das Gebäude aus dem Jahr 1914 entwarf der in Hannover gebürtige Architekt Alfred Sasse (1870-1937). „Einer der größten Schätze in diesem Rathaus ist die Wandvertäfelung des Vorzimmers zwischen dem ehemaligen Bürgermeister- und Bürgervorsteherzimmer im ersten Stock“, erläuterte Utermöhlen. Die bei dem großen Stadtbrand im August 1911 aus dem früheren Rathaus gerettete Rennaissance-Vertäfelung verläuft entlang der Wände des gesamten Raumes, nur unterbrochen durch drei Türen und das Fenster. Außerdem befindet sich entlang der Fläche eine Kastenbank, deren Deckel sich auch heute noch anheben lässt.

Jede einzelne Tafel der zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert gefertigten Wandverkleidung ist mit einem lateinischen Spruch verziert. „Die Vertäfelung stammt aus dem Vorzimmer der Gerichtsstube, darum mahnen die Sprüche meist zur Gerechtigkeit“, so der Stadtarchivar.

Überrascht war Bernd Utermöhlen von den hinter der Wand versteckten Tresoren im ehemaligen Zimmer des Rendanten, des Kassenführers, im Erdgeschoss. Die kleinen Türen vor den Tresoren verschmelzen nahezu mit der Wandvertäfelung und sind nur aufgrund eines kleinen Schlüssellochs auszumachen. „Möglicherweise hat der Rendant dort früher Wertvolles eingeschlossen“, vermutet Utermöhlen. „Vielleicht waren die Tresore auch noch zu Zeiten der Sparkasse, die sich einst im Erdgeschoss des Rathauses befand, in Gebrauch.“

Nach wie vor steht in den ehemaligen Räumen der Sparkasse eine „altehrwürdige Säule“, wie Utermöhlen sie nennt. Seiner Ansicht nach habe sie etwas von einem „griechischen Tempel“. Zu Sparkassenzeiten wurde sie eckig eingepackt, „damit ein Tresen zur Kundenabfertigung daran besser befestigt werden konnte“, erläutert der Historiker. Ein weiterer wahrer Schatz sind die 41 alten Kabinettscheiben mit Fensterbildern, ebenfalls gerettet aus den Flammen des niedergebrannten alten Rathauses. Sie zieren jetzt die Erkerfenster des ehemaligen Bürgermeisterzimmers.

Utermöhlen: „Unter anderem zeigen sie Elemente der Bistümer Bremen und Verden und Schlüssel und Kreuze, Symbole für die weltliche und die kirchliche Zugehörigkeit.“ Den Ratssaal bezeichnet Utermöhlen als ein „Gesamtkunstwerk des Architekten Sasse“: „Bis ins kleinste Detail hat er alles entworfen - sogar das Mobiliar.“

Wie der Architekt aus Hannover überhaupt zu dem Auftrag kam, das Rathaus zu entwerfen, und welche spannende Geschichte sich dahinter verbirgt, lesen Sie im
WOCHENBLATT in eine der folgenden Ausgaben.