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Schiff der Buxtehuder Reederei NSB rettet 200 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer

Die "MS Hanjn Boston" hat 200 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Die Flüchtlinge kamen aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern (Foto: NSB)

tk. Buxtehude. Die "Hanjin Boston" der Buxtehuder Reederei NSB war auf dem Weg vom Suezkanal nach New York, als ein Fischerboot mit Flüchtlingen im Mittelmeer zwischen Libyen und Kreta zu kentern drohte. Das Containerschiff, das von Buxtehude aus gemanagt wird, war am dichtesten dran. Für die Besatzung war nach dem Notruf der Seenotrufleitstelle Rom klar: Auf dem schnellsten Weg zu den Menschen in Not. Alle Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, wurden gerettet.



Das sei nicht der erste Einsatz dieser Art im Mittelmeer seit dem Beginn der aktuellen Flüchtlingskrise gewesen, erklärt Unternehmenssprecherin Bettina Wiebe. In diesem, wie auch in anderem Notfällen, würden die Flüchtlinge ihr Boot versenken, wenn sie die Retter sehen. "Der Druck wird erhöht, die Menschen wirklich aufzunehmen", so Wiebe. Für jede NSB-Besatzung sei das auch ohne diese dramatische Verschlimmerung der Situation eine Selbstverständlichkeit.

Der Verlauf einer solchen Rettung sei durchaus gefährlich, erklärt die Unternehmenssprecherin. Die Menschen von einer kleinen Nussschale oder aus dem Wasser an Bord zu holen, müsse schnell und mit Umsicht erfolgen. "Gottseidank hat das bisher immer geklappt." Geübt werden solche Manöver nicht. Im Simulator der NSB am Firmensitz in Buxtehude gehörten normale sogenannten Search- and Rescue-Übungen zur Ausbildung. Die betreffen aber die Rettung kleinerer Besatzungen oder einzelner Menschen.

Anderthalb Tage lang wurden die 200 Flüchtlinge an Bord der "Hanjin Boston" von der Crew aus 20 Seeleuten betreut. Sie bekamen eine medizinische Erstversorgung und wurden so gut wie möglich verpflegt. "Die Menschen, die aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern kamen, war sehr erschöpft", berichtet Bettina Wiebe über die Rückmeldung vom Containerschiff. Niemand wisse, wie lange sie schon unterwegs gewesen sind.

Vor der Insel Lampedusa mussten die Menschen auf kleinere Boote umsteigen und wurden zu einer Erstaufnahmeeinrichtung der italienischen Behörden auf der Insel gebracht.