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Schlicht fürs Herz

Pastor Matthias Schlicht über den Umgang mit Menschen und dem Weihnachtsfest

Pastor Matthias Schlichts Weihnachtswunsch ist schon 2.000 Jahre alt: "Ich wünsche mir Frieden auf Erden. Und wer je einem Neugeborenen ins Gesicht gesehen hat, der kann sich nur wünschen, dass diesem Kind nie etwas Böses geschieht. Da braucht man keine politische Predigt über Waffenlieferungen. Wer sich ein Neugeborenes anschaut, so, wie Jesus damals in seiner Krippe lag, weiß, was Frieden bedeutet."

Er kümmert sich um Demenzkranke, hat als Polizeiseelsorger die Luft der Davidwache geschnuppert, stand schon als Fernsehkoch vor der Kamera und steht regelmäßig als Kabaretttist auf der Bühne: Der in Jesteburg geborene Pastor Matthias Schlicht ist ein Mensch fürs Feine und fürs Grobe. Seit vier Jahren betreut er gemeinsam mit Pastor Lutz Tietje und Diakonin Ilse Mörchen die Menschen in der Kirchengemeinde St. Paulus in Buxtehude Altkloster.

Er sei gern in dieser Gemeinde und immer wieder begeistert davon, wie viel hier auf die Beine gestellt wird. "Auf der Straße wird man angesprochen, und das ganz natürlich, nicht aufgesetzt. Die Leute bringen ihre Anliegen direkt vor, das mag ich." Dass er ein Mann der klaren Worte ist, hat ihm seit 2005 eine "Zweit-Karriere" als Kirchenkabarettist beschert. "Ich will die Dinge hinter der Kirchenmauer nicht lächerlich machen, sondern darüber auch mal lachen können und den Menschen Kirchenthemen nahebringen, ohne dabei wie ein Schlaumeier zu wirken."

Zu Menschen, egal welchen Alters, hat er einen guten Zugang. 100 Konfirmanden in jedem Jahrgang hat die Gemeinde und auch dort weiß der promovierte Pastor, wo er den Hebel ansetzen muss: "'Was ist für dich Glück?' frage ich die Konfis oder 'Wie ist es mit dem Tod, Mobbing, Trauer? Steigt dein Wert mit vielen Likes?'"
Auch beim Thema Weihnachten nähert sich Pastor Schlicht den Jugendlichen auf ungewöhnlichen Pfaden.

"Mich interessiert, was ihnen an Weihnachten gefällt. Das schreiben sie auf. Geschenke stehen natürlich oben auf der Liste." Jetzt wird der Menschenkenner ernst. "Anschließend will ich wissen: Was nervt euch an Weihnachten? Es ist fast erschreckend, wie lang die Liste dann wird. Da stehen die schlechte Stimmung zu Hause und die Frage, wer sich um Oma kümmert, ganz weit oben."

Für ihn selbst ist Weihnachten ein "Fest der Liebe". Er appelliert z.B. daran, lieber das Geschenk für Oma wegzulassen und sie stattdessen häufiger zu besuchen. Schlicht wird am heiligen Fest arbeiten: An Heiligabend gibt es insgesamt sechs Gottesdienste, die er sich mit Kollege Lutz Tietje teilt. "So kann jeder mal zwei Stunden zu Hause bei seinen Lieben sein."

An einem der Feiertage werden seine drei erwachsenen Kinder kommen - "die wünschen sich Käsefondue" -, an dem anderen seine Eltern, "da mache ich Ente". Er freut sich schon sehr auf das gemeinsame Kochen und Essen mit der Familie und darauf, mehrere Generationen unter einem Dach zu haben.