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"Skin Gin": Dieser Drink geht unter die Haut

Martin Jensens Besprechungsraum in Steinkirchen ist im Retro-Look eingerichtet (Foto: Skin Gin)
 
Die Lederfolie schmiegt sich wie eine zweite Haut an die Flasche
bc. Steinkirchen. Vor etwa einem Jahr, Anfang März 2015, hielt Martin Birk Jensen (33) seinen ersten selbst kreierten Gin in den Händen. Einen Dry Gin, wie ihn sich der selbstständige Schiffsmakler aus Steinkirchen (Altes Land) vor dem geistigen Auge vorgestellt hatte. So minzig und so erfrischend von Zitrusnoten geprägt. Ein Jahr später, Ende März 2016, hat der pfiffige Unternehmer mit dänischen Wurzeln unter dem Label „Skin Gin“ rund 15.000 Flaschen vermarktet. „Ich hätte nie gedacht, dass es so schnell geht“, erzählt Jensen im WOCHENBLATT-Gespräch, wie aus einem Traum Wirklichkeit wird.

Im Sommerurlaub 2014 in Griechenland kam ihm die Idee für seinen Gin. Beim Tauchen im ägäischen Meer: „Ich mochte immer gerne Gin, aber irgendwann schmeckten mir die gängigen Sorten zu sehr nach Wacholder.“ Jensen wollte einen fruchtigeren Gin. Er sagt: „Schon beim Tauchen hatte ich die sieben Botanicals im Kopf.“ Botanicals heißt der Fachbegriff für die Zutaten, die dem Gin sein Aroma verleihen.

Neben dem Hauptdestillat Wacholder - ohne Wacholder kein Gin - setzt Martin Jensen auf marokkanische Minze als Hauptnote, Zitrusfruchtschalen von Orangen und Pink Grapefruits, Limetten und Zitronen sowie Koriander aus Vietnam.
Noch im Urlaub meldet er sich für einen Destillationskursus im Allgäu an. In Jork findet er mit Arndt Weßel von der Nordik-Brennerei einen Partner. Trotzdem dauert es noch viereinhalb Monate und 21 Proben, bis Jensen seinen Traum-Gin gefunden hat.

Obwohl er 42 Volumenprozent Alkohol hat, schmeckt er nicht sprittig. „Eher mega-minzig“, sagt der kreative Kopf von „Skin Gin“. Die sieben Botanicals werden jeweils einzeln in einem sogenannten Geistkorb aufwändig destilliert. Dadurch können 100 Prozent der ätherischen Öle gewonnen werden. Aber warum überhaupt „Skin Gin“? Jensen lässt in einem kleinen Familienunternehmen in Bayern jede Flasche per Hand mit heißgeprägter Lederfolie umwickeln, die sich wie eine zweite Haut an das Glas schmiegt. „Der Anker im Logo weckt Assoziationen an die Schifffahrt und klassische Tattoomotive“, sagt Jensen.

In seinem Internetshop (www.skin-gin.com) kostet eine 0,5-Liter Flasche 44,70 Euro. Mittlerweile vermarktet er seine exklusive Erfindung in ganz Deutschland im stationären Handel: in Supermärkten (Edeka, etc.) wie in Feinkostläden (Mutterland, usw.). Teure Restaurants verwenden den „Skin Gin“. Der jüngste Sternekoch Hamburgs, Frédéric Morel (Seven Oceans), verfeinert eines seiner Desserts mit Jensens Gin. Es gibt viele solcher Beispiele.

Martin Birk Jensen hat sein Geschäft bereits in acht europäische Länder ausgedehnt. Ein belgischer Importeur hat jüngst die 3.500. Flasche abgenommen. Auch Anfragen aus Übersee gibt es. Kunden können individuelle Abfüllungen mit eigenem Logo bestellen (ab 100 Flaschen).

Zur Unterstützung hat sich Jensen den Gastronomie-Manager Christoph Kramer (früher Vier Jahreszeiten-Hotel in Hamburg) aus Cranz in die Firma geholt. Gemeinsam will man den „Skin Gin“ noch bekannter machen. Ein Produkt made im Alten Land.