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Solemio sperrt Schwimmlehrer aus

Bad duldet keine privaten Schwimmkurse mehr

bc. Stade. Mehrere verärgerte Eltern und Großeltern haben sich beim WOCHENBLATT gemeldet. Sie sind sauer, weil das Stader Solemio-Bad private Schwimmlehrer ausgesperrt hat und ihre Kinder und Enkel nun nicht mehr in Stade schwimmen lernen können. "Die Dame an der Kasse hat mir den Namen der Schwimmlehrerin selbst gegeben", schreibt z.B. die enttäuschte Jasmin Ahrens aus Hollern-Twielenfleth. "Ich finde es unfassbar, dass heutzutage der Erwerb von Schwimmkenntnissen verhindert wird", kritisiert eine andere Mutter. Zumal es immer mehr Nichtschwimmer gebe.
In einem internen Schreiben, das dem WOCHENBLATT vorliegt, werden die Mitarbeiter des Solemios angewiesen, keine gewerblich betriebenen Schwimmkurse mehr zu tolerieren. Schwimmlehrer sind aufzufordern, den Unterricht umgehend einzustellen. Sollten sie sich widersetzen, sind sie des Bades zu verweisen, heißt es in der Anweisung.
Das WOCHENBLATT fragt bei der zuständigen Bädergesellschaft nach. Geschäftsführer Christoph Born bittet um Verständnis. Der Bäderbetrieb sei ein staatliches Zuschussgeschäft. Da könne es nicht sein, dass private Schwimmlehrer ihr Geschäftsmodell in Form von gewerblichen Schwimmkursen ohne gesetzliche Grundlage und ohne Nutzungsvertrag in einem öffentlichen Bad anbieten, so Born. Von der Kursgebühr sehe das Solemio nichts.
Das Thema sei in diesem Jahr hochgekommen. Offensichtlich wurde in der Zeit davor ein Auge zugedrückt. Es gehe jetzt darum, eine Struktur zu schaffen, so Born.
Zum Hintergrund: Laut Stadtverwaltung macht das Schwimmbad jedes Jahr rund 2,5 Mio. Euro Minus, das der Steuerzahler ausgleichen muss. Für jeden Besucher zahlt die Stadt etwa zehn Euro dazu.
Born: "Wir wollen natürlich, dass alle Kinder schwimmen lernen." Sofern die Wartelisten zu lang werden, werde das Solemio künftig mehr eigene Schwimmkurse anbieten. Die nächsten Schwimmkurse beginnen Anfang Januar.