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St. Petri Buxtehude: Projekt "Winterkirche" zu den Akten gelegt

Das Kirchenschiff von St. Petri: eine beeindruckende Kirche, an der sich nichts verändern wird

tk. Buxtehude. Es war ein großer Streit, der seit mehreren Jahren in der St. Petri-Gemeinde tobte. Das Projekt Winterkirche entzweite Befürworter und Gegner. Damit ist jetzt Schluss. Das Bauvorhaben wird nicht mehr verwirklicht. Der Kirchenvorstand hat die Planungen beendet.
Seit 2006 wurde an der Winterkirche gefeilt. Die Turmkapelle sollte mit einer Glaskonstruktion Richtung Kirchenschiff erweitert werden. Das Ziel: Bei kleineren Veranstaltungen und normalen Gottesdiensten wäre die "Mini"-Kirche ausreichend groß. Ein zusätzlicher Raum auch für Gruppentreffen würde entstehen

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Es regte sich aber vehementer Widerstand. Unter anderem vom ehemaligen Kreiskantor Reinhard Gundlach. Der Musiker und viele andere befürchteten, dass durch die Bauarbeiten die Furtwängler-Orgel Schaden nehmen könnte. Die hölzerne Orgelempore hätte nämlich zurückgebaut werden müssen. Ein Gutachten verneinte klangliche Schäden, der Protest verebbte aber nicht
Bislang hielt der Kirchenvorstand an dem Vorhaben fest. In den vergangenen Monaten wurden umfangreiche Untersuchungen zur Bausubstanz und Stabilität vorgenommen. Ergebnis: "Das Mauerwerk ist nicht stabil genug", so Pastor Oliver Friedrich in einer Presseerklärung. Damit Orgel und Empore nicht herabstürzen, hätten zusätzliche Pfähle im Boden verankert werden müssen, die einen Stahlträger stützen, der in die Empore eingebaut werden sollte. Das hätte hohe zusätzliche Kosten verursacht.
Das Risiko eines Schadens an der Furtwängler-Orgel sei nicht zu einhundert Prozent auszuschließen gewesen, sagt Friedrich. Selbst Bewegungen der Orgelempore im Millimeter-Bereich könnten fatale Folgen haben. "Dieses Risiko will der Kirchenvorstand nicht eingehen", sagt Friedrich.
Warum nicht schon vor Jahren diese Untersuchungen gemacht wurden und der Streit damit unterblieben wäre? Erst nach der konkreten Auftragsvergabe, so Friedrich, hätten die Analysen stattfinden können.
Anstelle der Winterkirche plant die St. Petri-Gemeinde jetzt eine kleine Lösung. Die Turmkapelle soll zum separaten Veranstaltungsraum umgebaut werden. In das Kirchenschiff hinein wird nicht mehr gebaut.