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Superintendent Dr. Martin Krarup zum Reformationstag: "Die Ideen hatten eine angenehme Leichtigkeit"

Superintendent Dr. Martin Krarup (Foto: Kirchenkreis Buxtehude)
Interview mit dem Superintendenten Dr. Martin Krarup zum Reformationstag

tk. Buxtehude. Am Dienstag, 31. Oktober, ist das große Finale. Am Reformationstag, der sich zum 500. Mal jährt, enden die unzähligen Feierlichkeiten und Veranstaltungen zum Lutherjahr. Was wären die Kernaussagen des Reformators, wenn er heute leben würde? Das WOCHENBLATT hat den Buxtehuder Superintendenten Dr. Martin Krarup gefragt.

WOCHENBLATT:  Was ist Ihr persönliches Fazit zum Jubiläumsjahr?

Dr. Martin Krarup: Ich freue mich über ein reiches und buntes Programm in den Gemeinden. Da ist wirklich für jede Altersgruppe was dabei. Was mir besonders gefällt: Die Veranstaltungsideen haben eine angenehme Leichtigkeit - das hätte bei einem 500jährigen Jubiläum ja auch anders sein können.

WOCHENBLATT: Das Thema Luther und die Reformation war 2017 überall präsent. Waren die vielen Veranstaltungen nicht des Guten zuviel?

Krarup: Dass und warum der 31. Oktober in diesem Jahr ein Feiertag ist, sollten jetzt auch die wissen, die mit der Evangelischen Kirche sonst nichts zu tun haben. Die Reformation gehört nun einmal zu den prägenden Ereignissen unserer Geschichte. Allerdings: Die Hoffnung, dass sich bei uns das ganze Jahr lang alles um Reformation und Wittenberg drehen würde, war wohl unrealistisch. Da waren Enttäuschungen programmiert.

WOCHENBLATT: Wäre es nicht wichtiger, statt auf 500 Jahre zurückzublicken, nach vorne zu schauen? Anders ausgedrückt: Braucht Kirche eine neue Reformation?
Krarup: Die ist doch längst im Gange! Fragen Sie einmal ältere Leute, was sich in ihrer Lebenszeit in den Kirchengemeinden verändert hat. Natürlich muss sich die Kirche trotzdem weiter wandeln. Dabei ist aber der Blick zurück ebenso wichtig: Wofür steht eigentlich Kirche, was ist unsere gemeinsame Grundlage? 500 Jahre sind dafür sogar noch zu kurz - wir haben ja eine 2000-jährige Geschichte! Dieses Jahr haben wir deshalb ökumenisch gestaltet.

WOCHENBLATT: Welche Kernbotschaft würde Luther heute den Menschen an die "Kirchentür nageln“?

Krarup: Wahrscheinlich würde er wie 1517 mit einem großen Wort anfangen. Vielleicht so: "Wenn der Mensch wieder lernt, dass sein Leben ein unverdientes Geschenk ist, steht ihm die Zukunft offen."