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Superintendenten im Gespräch: Die Kirchenvorstandswahl als "starkes Signal"

Dr. Martin Krarup (li.) und Dr. Thomas Kück apellieren an die Kirchenmitgleider ihre Stimme bei der Kirchenvorstandswahl abzugeben (Foto: tk)
tk. Buxtehude/Stade. Warum werben die Kirchengemeinden nicht offensiver und über die Medien um Kandidaten für die anstehende Wahl zum Kirchenvorstand am 11. März? Diese Frage hatte das WOCHENBLATT kürzlich gestellt. Die persönliche Ansprache potentieller Bewerber sei der bessere Weg, hatten Vertreter der Kirchenkreise erklärt. Die beiden Superintendenten Dr. Thomas Kück (Kirchenkreis Stade) und Dr. Martin Krarup (Kirchenkreis Buxtehude) ziehen jetzt ein positives Fazit der Kandidatensuche: Thomas Kück: "Das bildet die gesellschaftliche Vielfalt gut ab." Die Superintendenten verschweigen aber nicht, dass sie an anderer Stelle Verbesserungsbedarf sehen: Die Wahlbeteiligung im Kirchenkreis Stade schwankt beispielsweise in einzelnen Gemeinden zwischen 15 bis 60 Prozent. Daher werde als Testballon in einzelnen Kirchengemeinden erstmals eine Briefwahl angeboten.

"Wir sind dankbar für jeden, der kandidiert", sagen die Theologen. Einzelne Gemeinden, so Martin Krarup, hätten vor einigen Jahren noch befürchtet, nicht genug Bewerber zu finden. Insofern sei es richtig, die Menschen direkt anzusprechen und über die Aufgaben eines Kirchenvorstehers zu informieren. "Es kommt viel Verantwortung auf den Einzelnen zu", so Krarup. Ein Kirchenvorstand steuere die Gemeinde. Das reiche von Gottesdienstformen bis hin zu Entscheidungen über große Investitionen, so der Buxtehuder Superintendent.

Damit das funktioniert, sei es wichtig, dass die Gremien breit aufgestellt sind. Ein Instrument, um das zu gewährleisten, sei die Berufung von Kirchenvorstehern. Das geschehe nach der Wahl. Thomas Kück skizziert einen theoretischen Extremfall: Wenn in einen Kirchenvorstand nur Männer gewählt wurden oder von sechs Gewählten vier Architekten seien, dann sorge die Berufung dafür, dass die Gremien vielfältig werden. Von festen Quoten vor der Wahl halten die beiden Superintendenten aber nichts.

Thomas Kück zitiert in Gesprächen mit potentiellen Bewerbern gerne Aussagen von aktiven Kirchenvorstehern. "Sie loben das Miteinander und die Gemeinschaft", so Kück. Und viele würden die Arbeit als etwas empfinden, das sie persönlich stärke.
Was manche Bewerber abschrecke sei die lange Wahlperiode von sechs Jahren. Wäre es nicht besser, wenn eine Verkürzung greifen würde? Kück und Krarup sehen das nicht so. Es dauere geraume Zeit, bis die neuen Kirchenvorsteher ihre Aufgaben in allen Facetten kennengelernt haben.

Bei der Wahlbeteiligung, die sehr unterschiedlich in den einzelnen Gemeinden ist, werden in Assel sowie in Fredenbeck und Mulsum erstmals Briefwahlen durchgeführt. Zudem ist das Wahlalter in der Landeskirche Hanover erstmals auf 14 Jahre herabgesetzt.

Gemeinsam appellieren Thomas Kück und Martin Krarup an die Mitglieder in den Gemeinden, sich an der Wahl zu beteiligen. Die Kirchenvorsteher würden ein "starkes Signal" brauchen das zeige, dass die Menschen hinter ihnen stehen.


Die Kirchenkreis Stade und Buxtehude in Zahlen:
(tk). Der Kirchenkreis Stade hat 55.000 Mitglieder mit 22 Gemeinden, der Kirchenkreis Buxtehude 43.000 Mitglieder in zwölf Gemeinden. Im Kirchenkreis Stade müssen 134 Mitglieder der Kirchenvorstände gewählt werden, 53 werden berufen. Im Kirchenkreis Buxtehude werden 71 Menschen gewählt und 26 berufen. In Stade haben sich 190 Kandidaten gefunden, beim Nachbarn Buxtehude sind es 110. Die Wahlen finden am Sonntag, 11. März, statt. Die neu gewählten Kirchenvorstände sind ab 1. Juni im Amt. Die nächsten Wahlen finden in sechs Jahren statt. Die Kirchenkreise in Zahlen