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Telekom-Inkasso bei einer Toten

Telekom und Inkassobüro schreiben konsequent an eine Tote (Foto: tk)

/p>Für den Telefon-Giganten ist meine verstorbene Mutter offenbar unsterblich

Mit der Anrede "Sehr geehrte Frau Meyer" beginnt das Schreiben des Inkassobüros, das knapp 60 Euro kassieren will. Frau Meyer ist meine Mutter, die Ende Dezember gestorben ist. Alle Verträge - von Konto bis Versicherung - konnte ich problemlos und immer mit Kulanz kündigen. Nur mit der Telekom habe ich noch immer zu tun. Beim "Magenta-Riesen" ist der Tod von Kunden offenbar nicht vorgesehen. Seit Wochen schreibt und mahnt er meine verstorbene Mutter an - trotz Vertragskündigung mit Sterbeurkunde.



Die Chronologie: Auf Anraten einer Telekom-Callcenter-Mitarbeiterin habe ich den Vertrag meiner Mutter im T-Punkt in Buxtehude gekündigt. Mit Kopie der Sterbeurkunde und Vollmacht. Ich bat darum, alles weitere an mich und meine Adresse zu schicken. Das wurde notiert.

Drei Wochen hörte ich nichts - dann kam die erste Mahnung, inklusive neun Euro Aufschlag. Konsequenterweise an meine verstorbene Mutter und ihre ehemalige Adresse. Noch war ich nicht wütend, eher irritiert.

Der nächste Anruf im Kundencenter: Das täte ihm leid, sagte der Mitarbeiter. Die Mahngebühr werde sofort storniert, eine Abschlussrechnung gehe raus - natürlich an mich, mein Name und meine Adresse seien jetzt im System jetzt hinterlegt.
Am vergangenen Freitag dann Post vom Inkassobüro, Natürlich an die "Sehr geehrte Frau Meyer" an ihre letzte Wohnadresse. 17 Euro Zuschlag wollen die Schuldeneintreiber haben, plus natürlich der angeblich stornierten neun Euro Mahngebühr, plus die Summe der letzten Rechnung.

Jetzt war ich sauer: Der nächste Anruf bei der Telekom. Eine Abschlussrechnung sei am 17. Februar rausgegangen, erfahre ich. Natürlich nicht an mich. Schwierig, wenn man mit der Telekom Stress hat und auch noch auf die Post beim Nachsendeantrag angewiesen ist. Auch der Mitarbeiterin tat alles "furchtbar leid". Warum meine Mutter in einer Art Mahnungs-Dauerschleife hängt und sie für die Telekom offenbar unsterblich ist, konnte mir auch diese Kundenberaterin nicht erklären.

Ich frage bei der Pressestelle nach: Auf deren Vermittlung hin meldet sich eine sympathische, junge Dame aus dem Vorstandsteam der Telekom. Die überrascht mich mit der Botschaft, dass ich, beziehungsweise meine Mutter, noch ein Restguthaben hätten. Die konsequente Post an eine Tote erklärt sie damit, dass keine Sterbeurkunde vorliege. Die wollte die Mitarbeiterin im T-Punkt allerdings auch nicht haben, nur einmal draufschauen. Die junge Dame verspricht, sich um den Fall zu kümmern. Ich bin gespannt. Besonders darauf, wie aus einer Forderung ein Guthaben wird.

Ein Tipp an die Marketing-Strategen der Telekom: Nachdem ich ebenfalls im Januar die Versicherungen meiner Mutter gekündigt hatte, bekam ich drei Tage später Post. Die Beiträge für Januar wurden zurückerstattet. Schließlich wolle man von einer verstorbenen, langjährigen Kundin kein Geld mehr haben. So geht das!
Tom Kreib