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Telekom mit besonders "langer Leitung": Seit zwei Jahren ohne Telefon und Internet

Kein Anschluss mehr: Genau dort, wo Judith Bäron und Uwe Hoyer stehen, beginnt das Erdkabel zu ihrem Haus. 400 Meter Telekom-Zuleitung fehlen aber seit zwei Jahren. (Foto: tk)

Warum eine Familie seit zwei Jahren keine Telefonleitung mehr hat

tk. Buxtehude. Vier Mal waren in den vergangenen zwei Jahren Techniker im Auftrag der Telekom auf dem Hof von Uwe Hoyer, der zwischen Rübke und Buxtehude wohnt. Jedes Mal zogen sie mit der Erkenntnis von dannen: Die Telefonleitung fehlt. "Das hätte ich denen auch ohne Besuche sagen können", meint Hoyer, der seit zwei Jahren keine Telefon- und Internetanbindung mehr hat. Grund: Als die Bauarbeiten für die A26 direkt vor seiner Haustür begannen, wurden 400 Meter oberirdische Leitung auf Masten zu seinem Haus gekappt.

Vor einigen Monaten zog Hoyers Lebensgefährtin Judith Bäron auf den Hof. Sie hat den Kampf mit dem Giganten Telekom aufgenommen und zieht als bitteres Fazit: "Die sind ganz schön frech." Ihr wurde bei einer Nachfrage an der Hotline etwa mitgeteilt, dass die Telekom gar kein Interesse an ihr habe, weil sie anderswo Kundin sei. Nämlich bei O2. Bäron gab nicht auf und schaltete O2 ein. Nach diversen Telefonaten - übers Handy, denn anders funktioniert es schließlich nicht, ihre Erkenntnis: "O2 weiß mittlerweile auch nicht mehr weiter." Die Telekom hat offenbar kein Interesse daran, ihre gekappte Leitung wieder herzustellen. Das einzige, was ihr über O2 von der Telekom mitgeteilt wurde: An Buxtehude könne das Haus nicht mehr angeschlossen werden. Es müsste dann - wie Rübke und Neu Wulmstorf - die Hamburger Vorwahl 040 bekommen. "Hauptsache Telefon und Internet", meint Judith Bäron dazu.

• Das WOCHENBLATT hakt bei der Telekom-Pressestelle nach. Die spielt erst einmal den Ahnungslosen. Fragen könnten nicht beantwortet werden, weil man keine Adresse der Betroffenen habe - die aber bei der Anfrage vom WOCHENBLATT mitgeliefert wurde. Dann der entscheidende Satz: "Leider können wir Ihre Anfrage nicht beantworten, da Frau Bäron und Herr Hoyer keine Kunden der Deutschen Telekom sind." Das ist richtig, aber es ist eine Telekom-Leitung, die fehlt. Darauf weist laut Judith Bäron auch O2 immer wieder hin.
Das WOCHENBLATT mailt erneut die Pressestelle an und kritisiert die unzureichende und unzutreffende Information. Daraufhin meldet sich telefonisch eine Mitarbeiterin aus einem Vorstandssekretaritat. Die hat immerhin die naheliegende Idee, dass ein Telekom-Bautrupp zumindest theoretisch eine provisorische Leitung errichten könnte. Bleibt abzuwarten, ob das tatsächlich geschieht. Die Redaktion bleibt am Ball.