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Tolle Törns für Touristen in Stade

Carlo zaubert seit Jahren venezianisches Flair auf den Stader Burggraben Foto: Stade Tourismus
Ehrenamtliche sichern das touristische Angebot in Stade / Maritime Programmvielfalt ab Karfreitag

bc. Stade. Auf sie kann sich die Stade Marketing und Tourismus GmbH verlassen: die große Anzahl an Ehrenamtlichen, die den Ausflüglern und Einheimischen Jahr für Jahr einen bunten Strauß an maritimen Freizeitmöglichkeiten auf Burggraben, Schwinge und Elbe anbieten. Am Osterwochenende geht die Saison so richtig los. Das WOCHENBLATT gibt einen Überblick. "Unser touristisches Angebot könnten wir so nicht aufrechterhalten, wenn es nicht das freiwillige Engagement gäbe", räumt Frank Tinnemeyer ein, Teamleiter Tourismus in der städtischen GmBH.
• Die Ehrenamtlichen im Verein Alter Hafen bieten ihre Ausflugsfahrten mit dem Museumsschiff Greundiek seit zwei Jahren über die Tourismus GmbH an. Neu im Verkauf sind ab dieser Saison verschiedene Kulturevents auf dem Schiff: Im April gibt es Cajunmusik mit MaCajun, im Juni Jazz und Rock, Blues im Juli sowie Musik aus den 1960er Jahren im September. Einen Poetry Slam erleben Zuhörer Ende September. Zudem finden rund ein Dutzend Ausflugsfahrten statt. Der Startschuss fällt mit den Tagesfahrten zum Hamburger Hafengeburtstag am zweiten Mai-Wochenende. Weitere Törns führen u.a. nach Kiel, Glückstadt und Brunsbüttel. Die Preise liegen zwischen 20 und 50 Euro pro Person.
• Einer der touristischen Kassenschlager in Stade sind die Fleetkahnfahrten, bei denen ältere erfahrene Seebären aus dem Verein Alter Hafen Gäste mit den Fleetkähnen Aurora und August über den Burggraben schippern. Die Fahrten dauern ca. eine Stunde, werden ab April bzw. ab Karfreitag immer sonn- und feiertags um 14 Uhr und an jedem Sonntag um 16 Uhr angeboten. Fahrten am Samstag gibt es in Kombination mit Führungen durch die Wallanlagen. Tinnemeyer: "Allein in der vergangenen Saison wurden bei knapp 500 Fahrten ungefähr 8.300 Gäste befördert."
• Mit dem Tidenkieker geht es von April bis Oktober raus auf die Elbe und rein in die Nebenflüsse. Die Flusssafaris werden vom Verein zur Förderung von Naturerlebnissen angeboten, starten in den Häfen in Stade, in Wischhafen und auf Krautsand. Auch Schulklassen sind oft an Bord. Die erste Fahrt der Saison ist Karfreitag ab Stade. Das Ticket kostet 15 Euro, Kinder bezahlen elf Euro.
• Weit und breit einzigartig sind die Stader Gondelfahrten. Gondoliere Carlo zaubert mit seiner Original Gondel aus Italien einen Hauch venezianisches Lebensgefühl auf den Burggraben. Neben Geburtstagen, Hochzeitstagen und Jubiläen bietet Carlo - dessen Angebot im Übrigen kein Ehrenamt ist, er verdient als Kleinunternehmer damit sein Geld - auch öffentliche Schnuppertouren an, samstags und sonntags an jedem ersten und dritten Wochenende im Monat.
• Der Verein zur Pflege alter Seemannschaft sticht mit seinem mehr als 100 Jahre alten Traditionsschiff Wilhelmine in See. Saisonstart ist der 19. Mai. Individuelle Termine für ein- oder mehrtägige Charterfahrten sind für Gruppen buchbar. Kurztörns gibt es für 45 Euro pro Person, Kinder zahlen 20 Euro.
• Die Familie Hauschildt lädt zu verschiedenen Schlemmerfahrten auf der Elbe ein. Höhepunkt sind in diesem Jahr die Ausflüge zum Hafengeburtstag.
• Am Holzhafen befindet sich der Stand-up-Paddling-Club Stade, der sich in vier Jahren einen hervorragenden Ruf in der Region erarbeitet hat. Hier gibt es auch Kanus und Kajaks zum Ausleihen. An Karfreitag findet ein Soft-Opening statt.
• Buchungen und weitere Infos auf www.stade-tourismus.de, unter Tel. 04141-776980 sowie in der Tourist-Information an der Hansestraße 16.

Auf ein Wort

Freiwilligkeit nicht gottgegeben


Stade setzt auf den Tourismus, auf das, was die Gäste monetär für die heimische Wirtschaft tun. Nahezu die komplette Administration des Tourismus-Bereichs wird deswegen von einer übergeordneten Institution organisiert: der Stade Marketing und Tourismus GmbH. Auch Ideen und Visionen werden hier gesponnen. Klar ist aber auch: Die "praktische Arbeit am Touristen oder Tagesgast" leisten im Wesentlichen eine Vielzahl Ehrenamtlicher, ohne die die Hansestadt in keinster Weise so eine umfangreiche Angebotspalette offerieren könnte.
Dass diese ganze ehrenamtliche Angebotsstruktur in mittelfristiger Zukunft höchstwahrscheinlich nur sehr schwer aufrechtzuerhalten werden scheint, muss den Verantwortlichen in den Chefstuben im Rathaus bewusst sein. Im Zuge des demografischen Wandels mit all dem, was damit einhergeht, wird freiwilliges Engagement zunehmend zur Mangelware. Nicht unbedingt, weil der Einzelne zu faul ist, sondern weil die Lebenswirklichkeit kaum Spielraum mehr zulässt.
Als mahnendes Beispiel dient die Stader Kaufmannschaft, die jahrelang als Veranstaltungsgesellschaft Stade aktuell ehrenamtlich unzählige Events in der Innenstadt gestemmt hat. Die GmbH hat sich bekanntlich aufgelöst. Ehrenamtlich war das Ganze nicht mehr zu wuppen. Nur deswegen heißt ja die ehemalige Stade Tourismus GmbH jetzt Stade Marketing und Tourismus GmbH. Das City- und Veranstaltungs-Management wurde auf professionelle Füße gestellt.
Das sollte Warnung genug sein. Was passiert, wenn sich irgendwann Vereine, die zur Vielfalt des touristischen Angebots in Stade beitragen, auflösen müssen, weil der Nachwuchs fehlt? Es darf auf keinen Fall zur Selbstverständlichkeit werden, dass die ehrenamtliche Gästebetreuung als gottgegeben verstanden wird. Das ist sie nämlich nicht. Die Mitglieder in manchen Vereinen werden wahrlich nicht jünger.
Das soll aber ebenso wenig heißen, dass es künftig ohne Ehrenamtliche funktionieren wird. Es hilft vorab schon mal, wenn die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden kann. Das Potential in Stade und Umgebung ist sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Die vielen Vereine, Verbände und sonstigen Institutionen würden sich freuen.
Björn Carstens