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Uta Kappel: Pilze sind ihre Berufung

Uta Kappel hat einen Grünblättrigen Schwefelkopf entdeckt Fotos: bc
bc. Stade. Katzenei, Deiwelsduwack, Eselsforz: Namen von Pilzen sind oft abenteuerlich. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) sind in Mitteleuropa ungefähr 10.000 Großpilzarten bekannt - und jedes Jahr werden neue entdeckt. Davon sind etwa 250 essbar und 150 giftig, der Rest zu hart, zu bitter oder zu winzig, um als Speisepilz in Frage zu kommen.
Eine, die sich extrem gut mit dem Wesen von Pilzen und deren Eigenschaften auskennt, ist Uta Kappel (49) aus Stade. Sie ist offiziell geprüfte Pilzsachverständige der DGfM - regionsweit inklusive Hamburg die einzige gelistete. „Pilze sind meine Berufung. Seit meiner Kindheit bin ich ergriffen von der Vielfalt, den Formen und Farben“, erzählt Uta Kappel.
Mit einem kleinen Messer und dem alten Schmink-Spiegel von Oma ausgestattet geht es frühmorgens in den Neukloster Forst. Noch haben Pilzsammler gute Erfolgschancen. „Mit dem ersten Frost ist die Saison dann vorbei“, weiß Uta Kappel. Zumindest für die meisten: „Ich finde das ganze Jahr über Pilze. Mal mehr, mal weniger“, sagt die Hobby-Forscherin.
Es dauert nicht lange, da entdeckt sie welche auf einem Baumstumpf. Uta Kappel schaut mit Hilfe des Spiegels unter die Hutunterseite, ohne ihn gleich abzuschneiden. Weil die Lamellen grünlich schimmern, handelt es sich um den Grünblättrigen Schwefelkopf. Ein gutes Beispiel, um die Tücken beim Pilzsammeln aufzuzeigen.
Von unkundigen Sammlern kann er leicht mit dem essbaren Graublättrigen Schwefelkopf verwechselt werden. „Ein guter Speisepilz, aber nur von Fachleuten zu erkennen“, erklärt Uta Kappel, die ohnehin lieber giftige als essbare Pilze wie Steinpilze, Maronen und Champignons sammelt, um sie daheim näher zu bestimmen: „Mich interessieren vor allem auch die medizinischen Eigenschaften.“
Pilzsachverständige wie Uta Kappel haben eine umfangreiche Artenkenntnis und helfen bei Fragen zur Essbarkeit und Giftwirkung, der Bestimmung von Pilzen und der Gesundheitsvorsorge sowie Naturschutzbelangen weiter. Uta Kappel besitzt heute ein mykologisches Nachschlagewerk von weit über 300 Büchern.
„Ich möchte mein Wissen nutzen, um Interesse für die Pilzwelt zu wecken. Ich möchte vermitteln, wozu man Dinge aus der Natur benutzen kann.“ Uta Kappel bietet Führungen und Seminare (Anfragen an u-kappel@t-online.de) für jedermann an: „Insbesondere aber für Menschen mit Handicap.“
Auf ihrer Tour im Neukloster Forst entdeckt sie dann noch einen eher seltenen Pilz, die Herbstlorchel - ein Pilz, der nach dem Abkochen essbar ist, roh allerdings blutverdünnend wirkt. „Ich bekomme täglich mehrere Anfragen, ob bestimmte Pilze essbar sind oder nicht. Anhand von Fotos rate ich aber meistens vom Verzehr ab.“
Am besten wird wohl sein, man belegt ein Seminar bei Uta Kappel. Ihre jüngste Führung in Harsefeld wurde sogar vom NDR-Fernsehen begleitet.

• Weitere Infos auf www.dgfm-ev.de