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Vandalen zerstören in Buxtehude international bedeutsames Kunstwerk

Ivana Scharf. Leiterin des Kulturbüros, neben der demolierten Figur
tk. Buxtehude. Der 2,20 Meter hohe markante Typ aus Stahl steht in den USA, Japan, Singapur und Südafrika. Im Hirschhorn-Museum in Washington D..C. ist er ebenso zu bewundern wie im Albertinum Dresden. In Buxtehude wurde er dagegen eingesammelt und abtransportiert. Die Großplastik "Figur 1000" des international bekannten Künstlers Horst Antes steht nicht mehr "Am Geesttor", sondern wird auf dem Baubetriebshofs geparkt. Der Grund: Die Skulptur wurde von Vandalen aufs Übelste demoliert.
"Auch eine Stahlfigur bricht irgendwann, wenn sie zu oft verbogen wird", sagt Ivana Scharf, Leiterin des Buxtehuder Kulturbüros. Sie findet es traurig, dass diese Skulptur, die sich seit 1991 im Besitz der Stadt befindet, so schlimm beschädigt wurde, wie noch nie. Dabei sei sie - genauso wie andere Kunstwerke in der Stadt - ein wichtiges und schönes Stück Kunst im öffentlichen Raum.
Unbekannte müssen sich kürzlich mit sehr viel Gewicht an die Skulptur gehängt haben, sodass die fest im Boden verankerte Figur extrem verbogen wurde. Der Mann ist nicht nur schief, im Metall ist deutlich ein beginnender Riss zu erkennen. Die kleinen Kritzeleien am Kopf sind dagegen noch harmlos.
Was wie die Faust aufs Auge passt: Bilder von Horst Antes werden noch bis September in einer großen Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau gezeigt. Der Künstler wird als einer der Wenigen aus Deutschland gewürdigt, die entscheidend zum globalen Kunstdialog beigetragen hätten.
Oder hat in Buxtehude ein Kulturfan etwas Grundsätzliches missverstanden. Denn: Antes arbeitet - auch in seinen Bildern - mit Deformierungen. Körperteile sitzen nicht dort, wo sie anatomisch hingehören. Antes Figuren werden zu neuen Wesen. Diese Deformierung der "Figur 1000" geht allerdings zu weit.
Ob und wie die Skulptur repariert werden kann, ist derzeit offen. Sie einfach wieder gerade zu biegen funktioniert nicht. Und wenn eine Reparatur gelingt - wo soll die Stahlskulptur dann stehen? Das Kulturbüro hofft auf ein Happy End.
• Horst Antes wurde 1936 in Heppenheim geboren. Er studierte unter anderem bei HAP Grieshaber Er gilt als einer der Mitbegründer der neuen figurativen Malerei in Detuschland. Beispielhaft sind dafür seine Kopffüßler. Antes war bereits drei Mal auf der documenta vertreten.
• "Figur 1.000" fußt auf einem besonderen Konzept aus dem Jahr 1987: 1.000 identische Skulpturen stehen überall auf der Welt. 700 Figuren bevölkern schon private Sammlungen, Museen und den öffentlichen Raum. Vielleicht gehört Buxtehude bald wieder dazu.